America's Cup Flaute, Flaute, Flaute

Auch am dritten Tag bleiben die Boote im Hafen: Vor der Küste Valencias herrscht wieder einmal Windmangel. Obwohl heute immerhin zeitweise eine leichte Brise weht, ist der komplette Renntag erneut abgesagt worden.


Hamburg - Am Nachmittag herrschten schwache Winde von nur zwei bis drei Knoten. Um die Matchrace-Regatten zu starten, werden aber sieben Knoten benötigt. Auch die weiteren Wettkampftage der Woche sind den Vorhersagen zufolge gefährdet. Bislang konnte noch keines der angesetzten Rennen gestartet werden.

Böse Erinnerungen an das Jahr 2003 werden wach. Damals mussten gleich neun Renntage hintereinander gestrichen werden, da der Wind entweder zu stark oder zu schwach blies. Die Crew-Mitglieder auf den meisten Booten machen zwar auf den ersten Blick einen entspannten Eindruck, dennoch wächst von Tag zu Tag die Anspannung. Jeder Segler war auf den Punkt für den Start am vergangenen Montag vorbereitet, doch mit jeder Absage wächst die Gefahr, nach und nach aus dem Rhythmus zu kommen.

Zudem müssen die Segler künstlich die Spannungskurve hochhalten, da die Wettfahrtleitung jederzeit - bei auffrischenden Winden - die Rennstrecken freigeben könnte. United-Internet Skipper Jesper Bank zeigt sich trotz der widrigen Umstände gut gelaunt: "Es ist nicht schwierig, da draußen einen Tag mit den Seglern zu verbringen. Es ist immer lustig. Wir reden über alles - nur nicht über Segeln."

Das deutsche Syndikat Team Germany sollte heute eigentlich gegen die schwedische Victory Challenge und das Team Capitalia (Italien) antreten. Die Wettfahrt gegen die Skandinavier könnte bei endgültiger Rennabsage am Montag (23. April), der Vergleich mit den Italienern am folgenden Mittwoch zum Start der Round Robin 2 (25. April) nachgeholt werden. Den Dienstag (24. April) tasten die Veranstalter als Ruhetag nicht an.

Dass die Segler kein Interesse an Starts bei unsicheren Bedingungen haben, betonte Tim Kröger, der Hamburger Boat Captain des südafrikanischen Teams Shosholoza. "Ganz viele Leute investieren hier ganz viel Geld in faire Rennen. Wir sind nicht am Glücksspiel in flauen Winden interessiert und finden, dass die Wettfahrtleitung sehr professionell handelt", sagte er. "Flaute gehört im Segelsport leider auch dazu."

mig/sid/dpa



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