America's Cup Oracle gelingt erster Sieg in San Francisco

Titelverteidiger Oracle aus den USA hat in der Finalserie des 34. America's Cup seinen ersten Sieg eingefahren. Herausforderer Team New Zealand hält dennoch weiter Kurs auf den dritten Gewinn der wichtigsten Segeltrophäe der Welt.
Team Oracle: Erster Rennsieg in der Bucht von San Francisco

Team Oracle: Erster Rennsieg in der Bucht von San Francisco

Foto: EZRA SHAW/ AFP

Der Milliardär Larry Ellison hat in den vergangenen Monaten mächtig Prügel von allen Seiten bezogen. Der Teamchef seines Oracle-Rennstalls, Russell Coutts, habe den America's Cup nach seinem Sieg 2010 zu teuer, zu gefährlich und sportlich zu langweilig gemacht, hieß es. Das alles ist erst einmal vergessen.

Selbst die Kritiker sind sich einig: So aufregend war Segeln lange nicht. Dieser Eindruck wurde am zweiten Renntag der America's-Cup-Finalserie in der Bucht von San Francisco bestätigt. Die bisherigen Duelle zwischen dem Emirates Team New Zealand und Oracle Team USA waren nicht nur von Hochgeschwindigkeitssegeln geprägt, es waren auch taktisch hoch anspruchsvolle Duelle.

Trotz der für die Bay so typischen Nebelschwaden und starken Windes zum Start des dritten Rennens zeigte sich der australische Oracle-Steuermann James Spithill diesmal nervenstark. Er beharrte bei beiden Starts des Tages auf der Leeposition, die sein Team zuvor zweimal früh in Rückstand hatte geraten lassen. Diesmal nutzte er sie jeweils zu dessen Vorteil, im ersten Rennen des Tages schaffte es Spithill sogar, mit einem Luvmanöver den Neuseeländern eine Stoppstrafe anzuhängen.

Oracle passierte das erste Leetor mit einem Vorsprung von 17 Sekunden, doch die Neuseeländer ließen nicht locker. Bei ihren Aufholmanövern bestätigte sich zudem der Eindruck, dass ihre Konstruktion bessere Wendemanöver erlaubt. Nach einem geschickten Ausnutzen der vorteilhaften Strömung gelang Emirates nach der achten Wende der Durchbruch, die Neuseeländer gewannen das dritte Rennen 28 Sekunden vor Orcale.

Oracle verkürzt den Abstand

Doch die Amerikaner schlugen zurück. Durch gute Beschleunigung in der Leeposition, Abdrängen des Gegners mit Luvrecht vor der ersten Marke und hohe Geschwindigkeit auf dem Vorwindkurs erarbeiteten sie sich einen Vorsprung von 150 Metern vor dem Leetor.

Kurz vor dem Ende wurde es noch einmal spannend. Mit nur einer Bootslänge Vorsprung passierte Oracle den vorfahrtsberechtigten Gegner. Am Luvtor lag Oracle zwar 16 Sekunden vorne, Neuseeland gab aber noch einmal Gas, segelte mit einem Schnitt von 39,5 Knoten 1,2 Knoten schneller und holte zehn Sekunden auf. Doch es reichte nicht. Oracle gewann mit einem Vorsprung von acht Sekunden.

In der Best-of-17-Serie führt die Emirates-Crew um Skipper Dean Barker nun 3:1 und benötigt nur noch sechs Punkte. Favorit Oracle muss nach einem Punktabzug wegen Material-Manipulation dagegen noch zehn Siege einfahren.

"Wir haben im ersten Rennen einen guten Job gemacht. Im zweiten Lauf hätten wir uns dann besser anstellen können. Das war ein ziemlich durchschnittliches Rennen", sagte der 41-jährige Barker, der seit zehn Jahren bei den Neuseeländern am Steuer steht. Spithill sprach von riesigem Druck im Vorfeld des vierten Rennens. "Ein weniger starkes Team hätte diesem vielleicht nicht standgehalten", sagte der 34-Jährige: "Es ist ein gutes Gefühl, und wir werden mit der gleichen Einstellung in die nächsten Läufe starten."

Die Teams haben nun einen Tag Zeit, das Gelernte in eine Verbesserung ihres Bootes umzusetzen. Dabei könnte man vermuten, dass Oracle mit seinen größeren Ressourcen zu einer besseren Reaktion in der Lage ist. Auch nach vier Rennen bleibt der 34. America's Cup spannend. Und das ist die größte Überraschung von allen.

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