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America's Cup in San Francisco: Vom Winde verweht

Foto: JUSTIN SULLIVAN/ AFP

34. America's Cup Oracle verteidigt Titel nach historischer Aufholjagd

Oracle hat das Segel-Wunder geschafft: Der Titelverteidiger legte eine der größten Aufholjagden der Sportgeschichte hin und verteidigte den America's Cup dank eines eindrucksvollen Sieges im entscheidenden Rennen.

Hamburg - Scheinbar uneinholbar lag Titelverteidiger Team Oracle gegen das Team New Zealand schon zurück. Doch dem US-Segelrennstall ist ein historisches Comeback gelungen. Im entscheidenden 19. Rennen um den 34. America's Cup demonstrierte Oracle seine Stärke, distanzierte die Neuseeländer und verteidigte die bedeutendste Segeltrophäe der Welt.

"Das ist ein unglaublicher Tag", sagte Oracle-Skipper James Spithill kurz nach der Zieldurchfahrt. 9:8 setzte sich seine Crew nach einem 1:8-Rückstand noch durch. Nach einer Strafe war Oracle mit minus zwei Punkten gestartet. "Ich bin stolz auf alle, die dabei waren", so der Australier Spithill. "Wir haben uns immer gesagt: Wir können es schaffen, wir können diesen Cup holen."

Das 19. Rennen begann packend. Die Herausforderer hatten zum Start die bessere Position und konnten Oracle dank geschickter Manöver hinter sich halten. Nach rund einem Kilometer wählten die Titelverteidiger jedoch eine andere Linie - die sich als die schnellere herausstellte. Mit überlegenem Bootspeed pulverisierte Oracle den Vorsprung der Neuseeländer und setzte sich dann kontinuierlich ab.

Enttäuschender Auftakt, phantastisches Ende

Team New Zealand versuchte zwar alles, war letztlich aber chancenlos. Oracle führte so klar, dass die Amerikaner ihren Gegner nicht mehr abblocken brauchten. Mit 44 Sekunden Rückstand kam der geschlagene Herausforderer ins Ziel. Da feierten die Titelverteidiger schon auf dem Trampolin ihres Katamarans mit Champagner.

Oracle hatte 2010 in Valencia erstmals den America's Cup gewonnen und durfte deshalb sowohl die Regeln als auch die technischen Rahmenbedingungen für die Boote bestimmen. Der Teamchef der US-Amerikaner, der milliardenschwere Larry Ellison, träumte von einer Formel 1 des Segelns. Zwölf bis 15 Syndikate aus der ganzen Welt sollten nach seiner Vision in der Herausforderer-Serie den Gegner für Oracle ermitteln, mit Live-TV-Übertragungen.

Daraus wurde nichts. Weil die neuen Katamarane so groß sind, ist viel Personal nötig - und das kostet immens viel Geld. So viel, dass nur drei Mannschaften den Herausforderer unter sich ausmachten. Dabei war das Team New Zealand klar überlegen. Dennoch hieß es in der Best-of-17-Serie um den America's Cup David gegen Goliath. Ein reicher David (Neuseeland, Budget: 84 Millionen Dollar) gegen einen noch reicheren Goliath (Oracle, Budget: 200 Millionen Dollar).

Das Finale begann dann mit einer herben Bestrafung für Oracle. Wegen einer Bootsmanipulation in der vorgeschalteten America's-Cup-Weltserie musste das US-Team mit zwei Minuspunkten in San Francisco an den Start gehen. Die Herausforderer aus Neuseeland dominierten danach die erste Hälfte der Wettfahrten, 8:1 stand es genau vor einer Woche, nur noch ein Erfolg fehlte. Der Gesamtsieg schien dem Team nicht mehr zu nehmen.

Doch Oracle gab nicht auf - und holte Punkt um Punkt auf. Vor allem, weil es den Amerikanern gelang, ihr Boot besser auf die Bedingungen in der Bucht von San Francisco einzustellen. So fiel die Entscheidung im letzten Rennen. Zumindest in dieser Hinsicht überbot der 34. America's Cup die Formel 1.

max
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