America's Cup Team Germany ist zu schlecht fürs Mittelfeld

Für das deutsche Segel-Syndikat waren die zehnten Vorbereitungsrennen für den America's Cup 2007 eine Enttäuschung. Nur zwei Siege sind weniger als erhofft, heute hatte die Crew gegen die italienischen Boote keine Chance. Immerhin hat man eine Vermutung, woran es gelegen haben könnte.


Valencia - Gegen die italienischen Kampagnen +39-Challenge und Team Capitalia war das Team Germany heute chancenlos. Damit lautet die Bilanz der Vorbereitungsrennen vor Valencia: Zwei Siege, neun Niederlagen – elfter und vorletzter Platz im Gesamtklassement.

Team Germany (re., gegen +39 Challenge): 
AFP

Team Germany (re., gegen +39 Challenge): 

Die Hoffnungen des Team Germany ruhen nun auf dem im vergangenen Monat in Kiel getauften neuen Boot, das erst im kommenden Jahr eingesetzt werden soll. "Eine Lehre aus diesem Act ist es, dass man sich noch mehr auf das neue Boot freut. Unser jetziges Boot ist nun einmal keine Rakete", sagte der Grinder Henning Sohn.

Der deutsche Syndikats-Chef Michael Scheeren, der vor den Rennen vor der spanischen Küste auf "drei, vier Siege" gehofft hatte, meinte zu dem enttäuschenden Abschneiden seines Teams: "Die Ergebnisse waren sehr ernüchternd. Wir haben uns klar mehr erwartet. Ein gutes Abschneiden bei den Fleetraces am Wochenende wäre jetzt natürlich gut für die Moral." Auch der dänische Skipper Jesper Bank war unzufrieden: "Es stört mich, dass wir die Teams aus dem oberen Mittelfeld nicht schlagen können."

In Valencia treten Bank und seine Crew mit einer rund vier Jahre alten Yacht an, die in den vergangenen Monaten nur in Teilbereichen weiter modifiziert worden war. Außer der italienischen Luna Rossa, dem Team New Zealand (Neuseeland), dem Team Shosholoza (Südafrika) und dem US-Syndikat BMW-Oracle-Racing, das sich den Gesamtsieg sicherte, setzen derzeit noch alle Konkurrenten veraltete Yachten ein. Nach zwei Ruhetagen finden von Freitag bis Sonntag die Fleetraces des Act 11 statt. Hierbei treten die zwölf Boote anders als im Matchrace alle auf einmal gegeneinander an.

Unterdessen sind von der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) am Montagabend die ersten zielgerichteten Tests auf die Einnahme verbotener Substanzen im Vorfeld des Cups 2007 durchgeführt worden. Im Fokus der Fahnder befinden sich besonders die muskelbepackten Grinder. Von den Kontrollen betroffen waren BMW-Oracle-Racing, das Team Shosholoza, das Team Capitalia und das Team China. Mit den Ergebnissen der Tests wird in den kommenden Tagen gerechnet.

sge/sid

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.