America's Cup Team Germany segelt hinterher

Bei den Freitagsrennen der Vorregatten zum America's Cup hat Team Germany ein durchwachsenes Resultat erzielt. Zuvor hatte es an Land eine Niederlage gegeben: Nach der Kollision mit der "+39-Challenge" muss das deutsche Segel-Syndikat für den Schaden aufkommen.


Valencia - Am 50. Geburtstag seines dänischen Skippers Jesper Bank belegte Team Germany bei den 13. Vorregatten (Act 13) für den 32. America's Cup zwar im vierten von insgesamt sieben Fleetraces in Valencia einen respektablen sechsten Platz, musste sich im fünften Rennen aber mit Rang neun zufrieden geben. Aufgrund des Startverzichts der "39-Challenge" (Materialprobleme) gingen nur elf Boote auf die Strecke.

Die Tagessiege sicherten sich der Schweizer Titelverteidiger Alinghi, bei denen der dreimalige Olympiasieger Jochen Schümann (Penzberg) erwartungsgemäß auf einen Einsatz verzichtete, und das Team New Zealand (Neuseeland). Zuvor hatte die Wettkampfjury Team Germany die Schuld für den Zusammenprall mit der "+39-Challenge" zugesprochen und gab damit dem Protest der Italiener statt. Die Boote der beiden Mannschaften hatten sich im dritten Fleetrace am Mittwoch touchiert, wobei der "+39-Challenge" ihr einziger rund 500.000 Euro teure Mast gebrochen war. Gemäß Schiedsgerichts-Urteil müssen die Deutschen nun für den Schaden aufkommen und die Kosten tragen.

Zudem wurde der "+39-Challenge" gestattet, einen vom Team Germany angebotenen Mast anzunehmen und auf ihr Boot zu setzen. Dies lassen die Regularien des Cups eigentlich nicht zu. Allerdings müssen der Schweizer Titelverteidiger Alinghi und die US-Kampagne BMW-Oracle-Racing noch zustimmen.

"Wir werden die Entscheidung der Jury akzeptieren, auch wenn wir über den Hergang des Vorfalls eine andere Meinung haben", sagte der deutsche Syndikats-Chef Michael Scheeren. Allerdings besteht noch Unklarheit darüber, ob und in welchem Maße der Deal über die Bühne geht. "Bisher haben wir noch nicht mit '+39-Challenge' gesprochen. Man redet derzeit mehr über als mit uns. So muss noch geklärt werden, ob der Mast ins Eigentum der Italiener überginge oder nur geliehen wäre. Auch das Finanzielle muss noch geregelt werden. Wir arbeiten an einer detaillierten Lösung", sagte Scheeren, dessen Team über drei Masten verfügt: "Eine Übergabe wäre für uns also kein wirklicher Rückschlag."

Die nachträgliche Disqualifikation für das Rennen am Mittwoch nimmt auf das Punktekonto der Deutschen keinen Einfluss. Der "+39-Challenge" wurde als Wiedergutmachung für ihr Ausscheiden hingegen der geteilte fünfte Rang in der Wettfahrt zugesprochen. Außerdem erhielten die Südeuropäer die Garantie, in der Herausforderer-Runde mit zwei Bonuszählern ins Rennen zu gehen. Diese Zusatzpunkte werden eigentlich erst nach Act 13 durch einen komplizierten Verteilungsschlüssel vergeben. Zwei Punkte entsprechen in der im Matchrace (Boot gegen Boot) ausgesegelten Round Robin I einem Sieg.

Beim Act 13 kämpfen die elf Challenger des Schweizer Titelverteidigers Alinghi noch bis morgen um die letzten Bonuspunkte für die Herausforderer-Runde vom 16. April bis zum 12. Juni. Die Eidgenossen sind als Titelverteidiger direkt für den America's Cup vom 23. Juni bis 7. Juli qualifiziert.

pav/mac/sid



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