America's Cup Yacht der guten Hoffnung

Es ist das erste deutsche Boot in der Geschichte des America’s Cup: Derzeit wird in Kiel die Yacht des United Internet Teams gebaut. Das Millionenprojekt ist reine Handarbeit. Einige Bereiche werden derzeit noch geheim gehalten, um der Konkurrenz nicht in die Karten zu spielen.


Kiel - Die Hoffnungen der deutschen Segelsportfans ruhen auf 25 Metern Kohlefaser. In den kommenden Wochen werden bis zu 22 Mann damit beschäftigt sein, in Kiel die erste deutsche Yacht in der Geschichte des ältesten Segelrennens der Welt fertigzustellen. Das Deck ist bereits gebaut. "Wir sind im Zeitplan", sagt der Technische Direktor Eberhard Magg auf der Internetseite des United Internet Team Germany. "Im Frühjahr kann die Yacht getestet werden." Spätestens im April soll das Boot mit der Segelnummer GER-89 erstmals seine Wettbewerbsfähigkeit unter Beweis stellen.

Team Germany: "Im Frühjahr kann getestet werden"
DPA

Team Germany: "Im Frühjahr kann getestet werden"

Mit Computerberechnungen wurden zuvor 70 verschiedene Rumpfformen entwickelt. Doch das Herzstück des Millionenprojektes - das Heck - kennen bislang nur die Bootsbauer. Zuschauern wird der Einblick verweigert, Fotos von Journalisten müssen vorher durch die Freigabe der Crew. Diese wiederum fürchtet, dass Experten die Konstruktionslinien der Yacht nachvollziehen könnten. "Da gibt's ein paar neue Sachen, die noch keiner sehen soll", sagte der dänische Skipper Jesper Bank der dpa.

Dabei setzt die Crew auf japanisches Know-How der Firma NEC. Der Elektronikkonzern stellt Hochleistungsrechner für den Bau der Yacht und zur Berechnung von Wetterdaten zur Verfügung. Das Herzstück bildet dabei der SX-8, eine Art elektronisches Gehirn. Der Vektorrechner simuliert das Verhalten des Bootes unter Wetter- und Wassereinfluss. Weniger flexibel sind Bank und Co. bei den Rahmenbedingungen für das Boot.

Denn die Vorgaben für den Bau liefert das 58 Seiten umfassende Regelwerk des America's-Cup-Managements, das für den 32. Cup, der vom 23. Juni bis zum 7. Juli vor dem spanischen Valencia ausgetragen wird, nur noch Boote der Version 5 zulässt. Dabei geht es im Vergleich zum 31. Wettbewerb um verschärfte Eckdaten, die für mehr Chancengleichheit unter den Teilnehmern sorgen sollen. So darf die Yacht beispielsweise maximal 24 Tonnen und neun Kilogramm wiegen.



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