America's Cup Yacht vollgeschlagen, Segel ausgerissen

Desaster für die Neuseeländer. Erst lief das Schiff voll Wasser, dann gab es mehrfachen Bruch. Die Cup-Verteidiger mussten aufgeben, die Schweizer Yacht „Alinghi“ gewann die erste Regatta.


Kamen im Kampf gegen Wind und Wasser besser zurecht: Die Alinghi-Crew im ersten Match im Hauraki Golf
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Kamen im Kampf gegen Wind und Wasser besser zurecht: Die Alinghi-Crew im ersten Match im Hauraki Golf

Auckland - Es war der Start zur spannendsten Regatta-Serie des Jahres. Und es endete mit einer schmählichen Niederlage. Im kürzesten Auftaktrennen in der 152-jährigen Geschichte des America's Cup hat Cup-Verteidiger Team New Zealand nach knapp 30 Minuten und einer Serie von Materialbrüchen aufgeben müssen.

Mehrere Tonnen Wasser im Rumpf


Die Pannenserie hätte für die winderprobten Neuseeländer kaum peinlicher sein können. Schon kurz nach dem Start sammelte sich im Cockpit der Yacht Wasser. Eine kräftige Brise – es blies mit etwa fünf bis sechs Windstärken – hatte den Hauraki Golf vor Auckland aufgewühlt, immer wieder schwappten die Wellen in das Verteidiger-Schiff. Verzweifelt versuchte ein Mitglied der Crew, das Wasser mit einem Eimer auszuschöpfen, doch der Mann hatte keine Chance. Schon bald hatten sich, so schätzen Beobachter, mehrere Tonnen Wasser im Rumpf gesammelt.

Höhepunkt des neuseeländischen Debakels: Die Befestigung des Vorsegels reißt aus der Verankerung
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Höhepunkt des neuseeländischen Debakels: Die Befestigung des Vorsegels reißt aus der Verankerung

Doch es sollte noch schlimmer kommen: Erst brach das hintere Ende des Baumes ab, jener aus Kohlefaser gefertigten Strebe, die das untere Ende des Großsegels hält. Dann brach die vordere Befestigung des riesigen Vorsegels, ein Ring aus Titan. Das Tuch riss aus seiner Führungsschiene, die Neuseeländer mussten aufgeben.

Der erste Punkt in dieser "Best-of-nine“-Serie ging damit an die Schweizer Alinghi Challenge mit Sportdirektor Jochen Schümann (Penzberg). Dem Schweizer Team Alinghi fehlen noch vier Punkte, um als erstes europäisches Team die älteste Sporttrophäe der Welt zu gewinnen.

"Ein Tag zum Vergessen"


Im neuseeländischen Lager hingen nach diesem Debakel verständlicherweise die Köpfe. Dennoch gab sich Skipper Dean Barker kämpferisch: "Das war ein Tag zum Vergessen, aber morgen werden wir wieder angreifen. Wir sind noch lange nicht am Ende dieser Serie.

Die Schöne mit der Flinte: Cindy Crawford gibt den Startschuss zum ersten Match im America's Cup
AFP

Die Schöne mit der Flinte: Cindy Crawford gibt den Startschuss zum ersten Match im America's Cup

Bei "Alinghi" wollte man den glücklichen Auftakt nicht überbewerten. "Wir haben zwar einen Punkt gesichert, doch Grund zum Jubeln haben wir angesichts der Bruchserie unseres Gegners nicht", sagte Schümann. "Allerdings freuen wir uns einmal mehr über unsere solides Boot."

Rekordsegler Russel Coutts


"Alinghi"-Skipper Russell Coutts, neuseeländischer Segel-Held in Diensten der Schweizer, stellte im Auftaktrennen einen Rekord auf. Zum zehnten Mal hintereinander gewann er eine America's-Regatta und verbesserte die 100 Jahre alte Bestmarke des Amerikaners Charlie Barr. Coutts hatte vor drei Jahren gemeinsam mit seinem jetzigen Gegner Barker den America's Cup für Neuseeland geholt.



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