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01. Dezember 2000, 17:24 Uhr

Antholz

Fischer wird Dritter

Die deutschen Biathleten setzten ihre Erfolgsserie beim Weltcup im Südtiroler Antholz fort. In der Distanz über zehn Kilometer wird Sven Fischer Dritter.

Sven Fischer: "Mehr ist jetzt nicht drin"
AP

Sven Fischer: "Mehr ist jetzt nicht drin"

Antholz - "Das war heute mein derzeitiges Optimum. Mehr ist jetzt einfach nicht drin", erklärte der 29-jährige Fischer. Zum gestrigen Auftakt der Weltcup-Saison hatten bereits Carsten Heymann aus Altenberg über 20 Kilometer und die Oberhoferin Andrea Henkel über 15 Kilometer jeweils zweite Plätze erreicht.

Trotz zweier fehlerfreier Auftritte am Schießstand lag Sven Fischer im Ziel knapp eine Minute hinter Sieger Ole Einar Björndalen aus Norwegen. "Läuferisch habe ich noch nicht die große Form. Vielleicht wird es ja bald", meinte der Oberhofer, der bereits 15 Weltcup-Einzelsiege auf seinem Konto hat.

Obwohl neben Fischer auch die Staffel-Olympiasieger Ricco Groß (Ruhpolding) und Peter Sendel (Oberhof) auf den Rängen 12 und 14 im Vorderfeld landeten, bemängelte Herren-Bundestrainer Frank Ullrich vor allem fehlende Courage zum schnellen Feuern. "Wir haben bis auf Fischer zu langsam geschossen und dann auch noch daneben. Schießzeiten unter 20 Sekunden haben wir im Training auch drauf. Da muss man im Wettkampf einfach mit mehr Mut rangehen. Egal, ob dann am Ende mal ein Schuss danebengeht."

Dagegen freute sich Björndalen, dass er seinen "unbegreiflichen Aussetzer" vom Vortag wieder wettmachen konnte. Beim 20-Kilometer-Einzellauf war der Olympiasieger wegen rekordverdächtiger zwölf Strafminuten nach Schießfehlern auf den 95. Platz zurückgeworfen worden. Umgekehrt erging es Carsten Heymann. Der Vortagszweite über 20 Kilometer verfehlte im Sprint zwei Scheiben und musste sich mit Platz 24 zufrieden geben.

Bei den Damen staunten die Experten, dass Sabrina Buchholz gleich im ersten Weltcup-Rennen ihrer Karriere als Neunte unter die Top Ten lief - und das auch noch mit der hohen Startnummer 97. "Ich war gar nicht nervös. Erst als ich zum zweiten Schießen kam und wusste, dass ich ganz vorne landen kann, kam Druck auf. Mit einem Fehler bin ich aber ganz gut weggekommen", erzählte die 20-Jährige. Damen-Bundestrainer Uwe Müssiggang hatte die dreimalige Junioren-Weltmeisterin für die erkrankte Peggy Wagenführ (Altenberg) kurzfristig nachnominiert.

"Wir haben eine geschlossene Teamleistung gezeigt, aber leider eben hinter der unmittelbaren Spitze", meinte Müssiggang, nachdem Martina Glagow (Mittenwald), Sabrina Buchholz und Katrin Apel (beide Oberhof) über 7,5 Kilometer die Ränge acht bis zehn erreicht hatten.

"Jetzt gehe ich in den Europacup zurück und hoffe auf neue Einsatzchancen", übte sich die dreimalige Junioren-Weltmeisterin Buchholz nach ihrem starken Auftritt in Geduld. Für die 4x7,5-Kilometer-Staffel am Samstag vergab der Coach seine Startplätze an Glagow, Apel, Henkel und die diesmal als 19. enttäuschende Uschi Disl. Die Mooshamerin hatte durch drei Fehlschüsse bei der letzten Schießübung einen Spitzenplatz vergeben.

Im Gesamtweltcup der Herren übernahm der Titelverteidiger Raphael Poirée (Frankreich) nach seinem zweiten Sprintrang gleich wieder die Führung und liegt mit 83 Punkten zunächst vor 20-Kilometer-Auftaktsieger Zdenek Vitek aus Tschechien, der diesmal Zehnter wurde. Bei den Damen liegt die Französin Corinne Niogret vorn.

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