Anti-Doping-Gesetz DOSB-Präsident reagiert verhalten

Während Bundesjustizminister Heiko Maas beim Thema Anti-Doping-Gesetz auf eine schnelle Einigung noch in diesem Jahr drängt, reagiert DOSB-Präsident Alfons Hörmann zurückhaltend. Er fordert stattdessen einen konstruktiven Dialog.
DOSB-Präsident Hörmann: "Was gut ist, wird mit einem Häkchen versehen"

DOSB-Präsident Hörmann: "Was gut ist, wird mit einem Häkchen versehen"

Foto: DPA

Hamburg - Das Anti-Doping-Gesetz soll noch im Jahr 2014 vorgelegt werden. Das kündigte Bundesjustizminister Heiko Maas im Interview des Radiosenders hr-iNFO an. Der Betrug, der mit Hilfe von Doping begangen werde, werde damit künftig unter Strafe gestellt. Vorgesehen seien Geld- und Freiheitsstrafen, sagte der SPD-Politiker. Schon zuvor hatte Maas angekündigt, dass gedopte Sportler und Doping-Ärzte mit Haftstrafen von bis zu fünf Jahren rechnen müssten.

Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, reagierte mit Zurückhaltung auf die Ankündigungen. Vor einer Verabschiedung müsse über das Gesetz intensiv diskutiert werden. "Ich bin zuversichtlich und gelassen, dass es uns gelingt, ein Gesetz zu verabschieden, das alle Probleme berücksichtigt", sagte Hörmann bei der Bundestrainer-Konferenz in Leipzig. "Je tiefer man sich damit beschäftigt, umso schwerer wird es, alles in ein Gesetz einzubringen", betonte Hörmann.

Hörmann sieht viel Diskussionsbedarf

Wenn der Entwurf des Ministers vorliege, werde sich die Sport-Gremien intensiv damit beschäftigen. "Was gut ist, wird mit einem Häkchen versehen. Wenn etwas aus unserer Sicht problembehaftet ist oder gar nicht geht, werden wir es begründen und dann darüber sachlich diskutieren", sagte Hörmann. Auch Maas hatte bestätigt, dass es um komplizierte Regelungen gehe und neben strafrechtlichen auch arzneimittelrechtliche Aspekte wichtig seien. Trotzdem soll das Thema schnell angegangen werden.

"Betrug ist zum Beispiel, wenn im Profisport sich Sportlerinnen oder Sportler dopen und sich damit einen Vorteil verschaffen und damit Preisgelder gewinnen, die sie auf andere Weise nicht gewonnen hätten", sagte der Minister. Die Doper bevorteilten sich gegenüber anderen, nicht gedopten Athleten, und sie bekämen dafür Geld, weil sie erfolgreich sind und sich diesen Vorteil durch Doping erschlichen haben. "Und das ist in anderen Fällen Betrug und das ist strafbar und das muss auch für Doping gelten", sagte Maas.

Zudem will der Minister, dass künftig auch Besitz und Vertrieb von Doping-Mitteln als Delikt ins Strafgesetzbuch aufgenommen werden: "Wir wollen in einem ersten Schritt regeln, dass Doping, der Gebrauch - und übrigens nicht nur der Selbstgebrauch, sondern auch das Veräußern von Doping-Mitteln - unter Strafe gestellt wird." Damit soll - anders als bisher - auch der Besitz geringer Mengen von Doping-Mitteln, und zwar für die Zeit von Wettkämpfen und auch die Vorbereitungs- und Trainingszeit strafbar werden.

krä/dpa