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Protest von Green Tregaro: Lackierte Fingernägel als Tabu

Foto: Erik Martensson/ dpa

Leichtathletik-WM in Moskau Verband stoppt Protestaktion von Hochspringerin Green Tregaro

Fingernägel in Regenbogenfarben verstoßen gegen die Regeln. Das sagt zumindest der Leichtathletik-Weltverband. Damit verhinderte die IAAF einen weiteren Protest der schwedischen Hochspringerin Emma Green Tregaro gegen das russische Anti-Homosexuellen-Gesetz.

Hamburg - In der Hochsprung-Qualifikation hatte Leichtathletin Emma Green Tregaro mit ihrem Protest gegen das russische Anti-Homosexuellen-Gesetz für viel Aufregung gesorgt. Russlands Volksheldin Jelena Issinbajewa, die im Stabhochsprung den Titel holte, bezeichnete die Aktion der Schwedin als "respektlos" . Green Tregaros Vergehen? Sie hatte sich die Fingernägel in Regenbogenfarben lackiert - ein Symbol der Schwulen- und Lesben-Bewegung.

Auch im WM-Finale in Moskau am Samstag hatte Green Tregaro auf diese Weise protestieren wollen. Doch zuvor wurde sie vom Leichtathletik-Weltverband IAAF gewarnt, sie würde damit den Verhaltenskodex des Verbandes verletzen. Laut der IAAF-Vorgaben ist es Athleten untersagt, während eines Wettkampfes werbliche oder politische Aussagen zu machen. Bei einem Verstoß droht die Disqualifikation.

Nach einem Gespräch zwischen Vertretern des schwedischen Verbandes und des IAAF habe Green Tregaro die Farbe entfernt, teilte der Generalsekretär des schwedischen Teams mit. Im Finale trat die 28-Jährige mit rotlackierten Nägel an und belegte am Ende den fünften Platz.

Issinbajewa hatte die Proteste von Green Tregaro und anderen Athleten als "nicht respektvoll gegenüber unseren Menschen und Sportlern" bezeichnet. "Wir sind Russen, wir sind vielleicht anders als die Europäer, aber wir setzen unsere Regeln nicht über ihre", so die Stabhochsprung-Weltmeisterin, die die Regierung unterstützt: "Männer sollten Frauen lieben und umgekehrt. Dies ergibt sich aus der Geschichte." Später relativierte sie allerdings ihre Aussagen.

Das Anti-Homosexuellen-Gesetz stellt seit Juni in Russland die Weitergabe von Informationen über Homosexualität an Minderjährige unter Strafe. Das von Präsident Wladimir Putin unterzeichnete Dekret hatte international Zweifel an der Offenheit und den Gastgeberfähigkeiten Russlands aufkommen lassen. Es wurden sogar Forderungen nach einem Boykott der Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014 laut.

Bei der Leichtathletik-WM hatten schon mehrere Sportler gegen das Gesetz protestiert. Unter anderem tat dies US-Mittelstreckenläufer Nick Symmonds: Er widmete seine 800-Meter-Silbermedaille seinen schwulen und lesbischen Freunden.

max/sid/dpa/Reuters
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