Apnoe-Tauchen Britin Campbell holt sich Weltrekord zurück

Sie benötigte nur einen Atemzug. Doch der reichte Sara Campbell, um einen neuen Weltrekord im Tieftauchen aufzustellen. 96 Meter schaffte die Britin. Campbell hat aber schon eine neue Herausforderung gefunden.


Hamburg - Ende Juli vergangenen Jahres hatte Campbell ihren Weltrekord an die Russin Natalia Molchanowa verloren, nun schlug sie zurück. Vor den Bahamas erreichte Campbell am Donnerstag 96 Meter und kam damit einen Meter tiefer als ihre Konkurrentin.

Apnoe-Taucherin Campbell: Reiz der Tiefe
Dan Burton

Apnoe-Taucherin Campbell: Reiz der Tiefe

Der Weltverband, die International Association for Development of Apnea (AIDA), hat die neue Bestleistung bereits offiziell anerkannt. "Das war mit großem Abstand der härteste Versuch meiner Laufbahn", sagte Campbell, die das vergangene Jahr nach dem Tod ihrer Mutter pausiert hatte: "Ich bin glücklich, wieder zurück zu sein."

Campbell war insgesamt 3:34 Minuten unter Wasser. Die Apnoe-Taucherin - Apnoe kommt aus dem griechischen und bedeutet "ohne Atem" - startete in der Disziplin "Konstantes Gewicht mit Flosse". Die 37 Jahre alte Britin musste also ohne Hilfsmittel wie beispielsweise einem Tauchschlitten auskommen, sondern war alleine auf die eigenen Kräfte angewiesen.

Nach AIDA-Regeln wird in acht unterschiedlichen Disziplinen getaucht. Die bekannteste ist das No-Limit, in der es gilt, so tief wie möglich zu tauchen. Dabei sind auch Schlitten, auf dem der Sportler in die Tiefe gleitet, und Luftkissen, die ihn wieder nach oben tragen, erlaubt.

Den aktuellen Weltrekord in dieser Disziplin hält der Österreicher Herbert Nitsch. Im statischen Tauchen, bei dem es um die Zeit unter Wasser geht, liegt Tom Sietas vorn. Der Deutsche stellte im Juni 2008 mit einer Zeit von 10:12 Minuten einen neuen Weltrekord auf.

Molchanowa, die am Donnerstag einen Weltrekord an Campbell verlor, ist weiterhin in drei anderen Disziplinen die beste Taucherin. Es ist davon auszugehen, dass sie versuchen wird, ihrer ein Jahr jüngeren Dauerrivalin aus Großbritannien den soeben verlorenen Weltrekord wieder abzunehmen.

Doch Campbell hat bereits angekündigt, nicht nachlassen zu wollen. Sie will nun die magische Marke von 100 Metern schaffen. Genau 250 Meter beträgt im Übrigen der Weltrekord im Weittauchen mit Flossen. Der Rekordhalter kommt aus Russland - es ist Natalia Molchanowas Bruder Alexej.

ach



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l.augenstein 12.11.2007
1.
Zitat von sysopDer Österreicher Herbert Nitsch ist der beste Freitaucher der Welt. Mit nur einmal Luftholen dringt er in über 200 Meter Tiefe vor. Für seinen lebensgefährlichen Sport muss er nicht nur fit sein, er darf vor allem keine Angst haben. Können Sie die Leidenschaft Nitschs verstehen oder schütteln Sie den Kopf?
Sich in extreme Ausnahmesituationen zu begeben hat immer etwas faszinierendes, reizvolles. Ich kann dieses Vordringen in äußerste Grenzbereiche voll und ganz verstehen, obwohl ich gerade Nitschs "Sport" schon als den absoluten Wahnsinn empfinde!
Umberto, 12.11.2007
2.
Zitat von l.augensteinSich in extreme Ausnahmesituationen zu begeben hat immer etwas faszinierendes, reizvolles. Ich kann dieses Vordringen in äußerste Grenzbereiche voll und ganz verstehen, obwohl ich gerade Nitschs "Sport" schon als den absoluten Wahnsinn empfinde!
Hier sind wir mal nicht einer Meinung. Diese Art zu tauchen kann man "sich antrainieren". Und so dunkel ist's in 200 Meter Tiefe ja noch nicht. Da braucht's auch keine Angst, wenn man genau weiß, was man da tut.
LouisWu 12.11.2007
3.
Zitat von UmbertoHier sind wir mal nicht einer Meinung. Diese Art zu tauchen kann man "sich antrainieren". Und so dunkel ist's in 200 Meter Tiefe ja noch nicht. Da braucht's auch keine Angst, wenn man genau weiß, was man da tut.
Naja, bei allem Training: Wenn der in 200m Tiefe angekommen ist und plötzlich einen Hustenanfall bekommt, ist's wohl vorbei. Trotzdem habe ich keine Einwände, jeder sollte so gefährlich leben können, wie er will.
Umberto, 12.11.2007
4.
Zitat von LouisWuNaja, bei allem Training: Wenn der in 200m Tiefe angekommen ist und plötzlich einen Hustenanfall bekommt, ist's wohl vorbei. Trotzdem habe ich keine Einwände, jeder sollte so gefährlich leben können, wie er will.
Warum sollte der, ausgerechnet dann, einen Hustenanfall bekommen?
LouisWu 12.11.2007
5.
Zitat von UmbertoWarum sollte der, ausgerechnet dann, einen Hustenanfall bekommen?
Murphy's Gesetz. Wobei die Aufzählung in Wiki bei weitem nicht vollständig ist. Z.B. fehlt: Hustenanfälle kommen immer dann, wenn man sie am wenigsten brauchen kann (also wenn man etwa Durchfall hat, oder gerade in 200m Tiefe schwimmt ;-)).
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