Australian Open Aus für deutsche Stars

Jewgenij Kafelnikow und Lleyton Hewitt zermürbten Nicolas Kiefer und Tommy Haas in Runde zwei der Australian Open. Drei DTB-Spieler der zweiten Garde kamen weiter.


Tommy Haas: Schlampiges Talent
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Tommy Haas: Schlampiges Talent

Melbourne - Der 23 Jahre Kiefer unterlag dem Vorjahresfinalisten Jewgenij Kafelnikow (Russland) am Donnerstag mit 2:6, 6:3, 6:3, 3:6, 0:6. Kiefer hatte in dem 3:07 Stunden langen Match auf dem Centre Court alle Chancen und lag im vierten Satz bereits ein Break vorn. Blasen an den Füßen jedoch bremsten Kiefer. Er musste sich mehrmals behandeln lassen und konnte dem Russen am Ende keinen Widerstand mehr leisten. Der im vergangenen Jahr von etlichen Verletzungen gebeutelte Kiefer zog dennoch ein positives Fazit: "Ein Top-Spiel von mir. Ich bin wieder fast zurück, muss aber noch viele Matches spielen." Seinem Gegner Kafelnikow bescheinigte er eine starke Leistung: " Wenn er so spielt, hat er gute Chancen auf den Turniersieg."


Haas nutzte klare Führung nicht


Sein Daviscup-Kollege Haas unterlag dem an sieben gesetzten Australier Hewitt mit 5:7, 6:7 (5:7) und 4:6. In allen Sätzen hatte Haas leichtfertig eine Führung abgegeben. In Durchgang eins hatte der 22-Jährige sogar mit 5:0 vorn gelegen, vergab anschließend drei Satzbälle. Auch im zweiten Durchgang konnte Haas beim Stand von 6:5 zwei Chancen zum Satzgewinn nicht verwerten, nachdem er bereits mit 4:1 geführt hatte. Der bis in die Haarspitzen motivierte Hewitt, der bereits in Runde eins beim Fünfsatz-Sieg gegen den Schweden Jonas Björkmann sein Kämpferherz gezeigt hatte, beeindruckte erneut durch unbändigen Einsatz. Haas war wie Kiefer trotz der Niederlage positiv gestimmt: "Ich weiß jetzt, dass ich ganz nach oben gehöre." Dass er den möglichen Sieg durch mangelnde Konzentration verspielte, kommentierte der 22-Jährige so: "Das können mir noch so viele Leute sagen, aber nur ich selbst kann verhindern, dass ich ab und zu an dies und das denke."


Drei Deutsche weiter


Drei Deutsche schafften dagegen den Sprung in die dritte Runde des mit 7,76 Millionen Dollar dotierten Grand-Slam-Turniers. Rainer Schüttler besiegte Sargis Sargsian aus Armenien mit 6:3, 7:5, 4:6, 6:4. Auch Marlene Weingärtner und Lars Burgsmüller kamen weiter. Weingärtner schlug nach Abwehr eines Matchballs Tina Pisnik (Slowenien) 4:6, 7:6 (8:6), 6:0 und trifft nun auf die an Nummer zehn gesetzte Südafrikanerin Amanda Coetzer.

Der Essener Burgsmüller beherrschte den Österreicher Stefan Koubek klar 7:6 (7:3), 6:4, 6:3. Er muss sich in der nächsten Runde voraussichtlich mit dem Weltranglistenersten Gustavo Kuerten (Brasilien) auseinander setzen.


Glass vergab Matchball


Andrea Glass verpasste dagegen ihre große Chance und verlor trotz eines Matchballs zu ihren Gunsten 6:2, 6:7 (6:8), 3:6 gegen die an Nummer neun gesetzte Russin Jelena Dementjewa. Ebenfalls ausgeschieden ist Alexander Popp. Der Mannheimer unterlag mit 6:4, 3:6, 4:6, 4:6 gegen Chris Woodruff (USA).



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