Australian Open Baghdatis von Federer gestoppt

Roger Federer hat die Australian Open zum zweiten Mal nach 2004 gewonnen. Der Weltranglisten-Erste aus der Schweiz bezwang in Melbourne den Sensations-Finalisten Marcos Baghdatis - und zog damit mit einer amerikanischen Tennislegende gleich.


Melbourne - Federer setzte sich gegen den Zyprer Baghdatis 5:7, 7:5, 6:0, 6:2 durch und holte sich seinen siebten Grand-Slam-Titel. Der 24-Jährige distanzierte damit unteren anderem Boris Becker und Stefan Edberg, die sechsmal bei einem der vier Majors erfolgreich waren, und zog unter anderem mit dem US-Amerikaner John McEnroe gleich. Pete Sampras ist mit 14 Erfolgen bei Grand Slams der derzeit erfolgreichste Spieler. Bei der Siegerehrung durch Australiens Tennislegende Rod Laver brach der 24-Jährig in Tränen der Erleichterung und Freude aus. "Ihr wisst nicht, was mir das bedeutet", sagte er stockend: "Jetzt kommt alles aus mir raus."

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Australian Open: Federers Triumphzug

Der 20-jährige Baghdatis konnte mit seinem unbekümmerten Spiel und angefeuert von seinen lautstarken griechisch-stämmigen Fans nur in den ersten beiden Sätzen mit dem zunächst unsicher spielenden Federer mithalten.

Er schien nach dem gewonnenen ersten Satz sogar eine Chance auf die große Überraschung zu haben, als ihm im zweiten Satz früh ein Break zum 1:0 gelang. Federer konnte sich aber wie so oft in kritischen Situationen steigern, schaffte ein Rebreak zum 2:2 und entschied den Satz mit einem weiteren Aufschlaggewinn zum 7:5 für sich.

Danach hatte der Eidgenosse das Match jederzeit sicher im Griff. Bei Baghdatis zeigten sich die Folgen der bisherigen Anstrengungen. Er musste im Turnierverlauf drei Fünfsatz-Matches bestreiten, um erstmals in seiner Laufbahn ein Grand-Slam-Endspiel zu erreichen.

Während des zweiten Spiels im vierten Satz erlitt Baghdatis einen Wadenkrampf, der behandelt werden musste. Federer verwandelte schließlich nach einer Spielzeit von 2:46 Stunden seinen ersten Matchball und blieb damit auch in seinem siebten Grand-Slam-Endspiel unbesiegt. "Für mich ist das alles wie ein Traum, ich muss jetzt aufwachen", erklärte Baghdatis.

Federer kassiert für den insgesamt 35. Turniersieg seiner Laufbahn ein Preisgeld von rund 756.000 Euro. Er baute zudem seine Siegesserie auf Hartplätzen auf 52 Matches aus. Baghdatis kann sich mit einem Scheck über umgerechnet etwa 378.000 Euro trösten, das ist mehr als er in seiner bisherigen Laufbahn insgesamt verdient hat. Er macht in der neuen Weltrangliste ab Montag einen Sprung von Platz 54 auf Rang 26.



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