Australian Open Federer zu stark für Kiefer

Toll gekämpft, trotzdem verloren. Nicolas Kiefer hat im Halbfinale der Australian Open gegen den Turnier-Favoriten Roger Federer alles gegeben. Am Ende reichte es aber nur zu einem Satzgewinn gegen den Schweizer, der sich im Laufe des Matches deutlich steigerte.


Melbourne - Kiefer unterlag dem Weltranglistenersten mit 3:6, 7:5, 0:6, 2:6 und hat damit das erste Grand-Slam-Finale seiner Karriere verpasst. Federer trifft im Endspiel am Sonntag (9.30 Uhr MEZ) auf Überraschungsfinalist Marcos Baghdatis (Zypern), der im Halbfinale gegen den Argentinier David Nalbandian gewann.

Außenseiter Kiefer: Aus im Halbfinale
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Außenseiter Kiefer: Aus im Halbfinale

Kiefer hatte bereits im ersten Aufschlagspiel von Federer eine Breakchance, die er nicht nutzen konnte. Stattdessen gab er sein Service zum 1:3 und damit praktisch den Satz ab. Der 28-Jährige wirkte verhaltener als in den Matches davor. Dennoch gelang ihm in einem ausgeglichenen zweiten Durchgang ein Break zum 7:5-Satzgewinn.

Anschließend steigerte Federer sein Niveau und deklassierte Kiefer im dritten Durchgang mit 6:0. Die Kräfteverhältnisse waren damit geklärt, mit zwei Breaks zum 2:1 und 4:1 im vierten Durchgang war die Partie entschieden. Kiefer gelangen zwar auch spektakuläre Punkte, insgesamt aber unterliefen ihm wesentlich mehr Fehler. Tommy Haas schien bei seiner Fünfsatzniederlage gegen den Weltranglisten-Ersten im Achtelfinale wesentlich näher an einer Überraschung.

"Insgesamt habe ich zwei super Wochen gehabt, ich muss die guten Sachen sehen", sagte Kiefer nach dem Spiel. "Ich muss das alles erst noch realisieren. Jetzt bin ich enttäuscht und sehr müde," so Kiefer.

Kiefer hat damit bereits zum siebten Mal in Folge gegen den 24-jährigen Federer verloren, insgesamt verschlechterte sich seine Bilanz auf 3:8. Federer erreichte zum dritten Mal hintereinander nach seinen Siegen in Wimbledon und bei den US Open das Endspiel eines Major-Turniers. Auch auf dem Weg in diese beiden Finals hatte er jeweils mit einem Satzverlust gegen Kiefer gewonnen.

Federer hat damit als erster Spieler seit Andre Agassi (USA) 1999 einen Final-Hattrick bei den Grand-Slams geschafft und feierte nebenbei seinen 50. Sieg hintereinander auf Hartplatz. Kiefer bleibt nach dem größten Erfolg seiner Karriere bei einem Grand-Slam-Turnier ein Preisgeld von umgerechnet rund 188.000 Euro.



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