Australian Open Haas verpasst Sensation gegen Federer

Thomas Haas hat Roger Federer im Achtelfinale der Australien Open alles abverlangt: Fünf Sätze benötigte der Weltranglisten-Erste, um den Deutschen zu besiegen. Dabei sah es am Anfang nach einer klaren Angelegenheit aus.


Melbourne - Haas musste sich heute in Melbourne dem Topfavoriten aus der Schweiz 4:6, 0:6, 6:3, 6:4, 2:6 geschlagen geben. Zuletzt hatte Haas vor vier Jahren im Achtelfinale von Melbourne ein offizielles Match gegen Federer gewonnen. Er nahm dem Schweizer allerdings die ersten Sätze im Turnierverlauf ab. "Die Nummer eins in den fünften Satz zu puschen, das war schon geil. Ich habe sehr gutes Tennis gespielt", sagte Haas, "aber am Ende hat er fast keine Fehler mehr gemacht und die Linien getroffen. Er ist einfach zu gut."

Tennisprofi Haas: "Das war schon geil"
AP

Tennisprofi Haas: "Das war schon geil"

Haas hatte in der Partie zahlreiche Möglichkeiten zum Überraschungserfolg. Mit Ausnahme des zweiten Satzes war er dem Weltranglistenersten ebenbürtig und begeisterte die 15.000 Zuschauern in der Rod-Laver-Arena. Der Leistungssprung von Haas kann auch mit der Arbeit mit dem neuen Trainer Thomas Hogstedt zusammenhängen. "Ich bin in guter Verfassung", sagte der deutsche Profi, der es einst bis auf Weltranglistenplatz zwei gebracht hatte. "Es ist schade, dass ich hier schon im Achtelfinale auf Federer getroffen bin, sonst wäre vielleicht noch mehr drin gewesen."

Federer zeigte außerdem vor allem im dritten und vierten Satz ungewohnte Schwächen. "Ich habe die ersten beiden Sätze fantastisch gespielt, er im dritten und vierten", erklärte Federer.

Haas begann das Match konzentriert und hatte schon bei Federers ersten beiden Aufschlagspielen insgesamt drei Breakbälle, die er aber nicht nutzen konnte. Federer verwandelte dagegen seine erste und einzige Möglichkeit zum 3:2 und nutzte diesen Vorsprung sicher zum Satzgewinn. Federer steigerte sich anschließend und beherrschte den sichtlich frustrierten Haas im zweiten Durchgang nach Belieben.

Das Match nahm aber ab dem dritten Satz eine unerwartete Wendung, als Haas immer besser ins Spiel fand und ein Break zum 4:2 schaffte. Er agierte nun selbstbewusster, schaffte den Satzausgleich und erzwang so den fünften Durchgang, in dem Federer nach einer knappen Schiedsrichter-Entscheidung das letztlich entscheidende Break zum 4:2 gelang. Federer verwandelte nach knapp drei Stunden seinen ersten Matchball zum insgesamt fünften Sieg im siebten Vergleich mit Haas. Der Schweizer fand später viel die Leistung seines Rivalen im dritten und vierten Satz: "Tommy hat da fantastisch gespielt."

Einziger deutscher Tennisprofi im Feld der besten Acht ist damit nur noch Nicolas Kiefer, der den Argentinier Juan Ignacio Chela mit 7:6 (7:4), 6:3, 6:3 bezwang. Kiefer zeigte eine insgesamt überzeugende Leistung. Er setzte den Argentinier von Anfang an unter Druck und dominierte die Partie über weite Strecken. Am Mittwoch trifft Kiefer auf den Franzosen Sebastien Grosjean, während Federer gegen den Russen Nikolaj Dawidenko spielt.



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.