Football-Spielerin über Social-Media-Kommentare "Das ist sexueller Missbrauch"

Die australische Football-Spielerin Tayla Harris wehrt sich gegen sexistische Kommentare im Internet. Auslöser ist ein Foto, das sie bei der Ausübung ihres Sports zeigt.

Tayla Harris
Getty Images

Tayla Harris


Es ist ein ganz normales Sportfoto, das die Australian-Rules-Football-Spielerin Tayla Harris dabei zeigt, wie sie im Spiel zwischen dem Carlton FC und den Western Bulldogs den Ball schießt. Doch das Bild, das im Anschluss an die Partie vom übertragenden TV-Sender 7AFL via Twitter verbreitet worden war, führte zu einer Reihe sexistischer Kommentare.

"Die Kommentare, die ich gesehen habe, waren widerlich und haben dafür gesorgt, dass ich mich unwohl gefühlt habe. Das ist es, was ich als sexuellen Missbrauch in den sozialen Medien bezeichne", sagte Harris einem Radiosender in Melbourne. "Ich weiß, dass ich sowas eigentlich nicht lesen sollte, aber es ist schwer, es nicht zu tun. Und dann sehe ich in den Profilbildern der Leute, dass sie Kinder haben, dass sie Töchter haben oder dass Frauen mit auf den Bildern sind. Und das macht mir Sorgen."

Harris postete das Foto auf ihrem Instagram-Profil und schrieb dazu: "Mein Oberschenkel ist in Ordnung, aber abwertende und sexistische Kommentare sind es nicht."

Teamkolleginnen und andere australische Sportlerinnen unterstützten Harris und forderten den Verband auf, sich klar zu positionieren. Gillon McLachlan, der Vorstandsvorsitzende der Australian Football League (AFL), nannte die Kommentare "inakzeptabel". "Es ist ein tolles Foto von einer großartigen Sportlerin", sagte McLachlan.

In einigen australischen Medien wurde gefordert, die Autoren der Kommentare zu identifizieren und von AFL-Spielen auszuschließen. 7AFL löschte das Foto wegen der Kommentare. Allerdings wurde der Sender im Anschluss dafür kritisiert, im Kampf gegen die Internet-Trolle nachgegeben zu haben. Daraufhin wurde das Bild mit einer begleitenden Entschuldigung erneut gepostet.

"Es tut uns leid. Das Foto zu löschen, hat die falsche Botschaft ausgesendet", heißt es in dem neuen Post. "Viele Kommentare waren verwerflich, und wir werden härter daran arbeiten, Trolle von unseren Seiten zu verbannen. Unser Ziel war es, die unglaubliche Athletik von Tayla Haris zu demonstrieren, und wir werden Frauen-Football weiterhin feiern."

mmm/ap

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