Barcelona World Race Segler Herrmann kämpft um Platz drei

Für Boris Herrmann läuft es beim Barcelona World Race ausgezeichnet. Zwei Drittel der Regatta rund um die Welt sind zurückgelegt, und der deutsche Segler liegt aussichtsreich im Rennen. Die schwierigste Passage kommt aber noch.

Weltumsegler Herrmann: Beim Barcelona World Race momentan auf Rang vier
Team Breymaier / Herrmann

Weltumsegler Herrmann: Beim Barcelona World Race momentan auf Rang vier

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Der deutsche Profi-Segler Boris Herrmann ist bei der Hochseeregatta auf Rang vier vorgerückt. Momentan jagen der 29-Jährige und sein US-amerikanischer Co-Skipper Ryan Breymaier im Pazifik mit ihrer Yacht Neutrogena die drittplatzierte Renault. Am Donnerstag befand sich das deutsch-amerikanische Duo nur 12,5 Seemeilen (rund 23,15 Kilometer) hinter dem Boot der Spanier Pachi Rivero und Antonio Piris.

Dabei lag die Neutrogena bis zum 17. Februar noch auf dem siebten Platz hinter der Mirabaud. Zuvor hatten sie im indischen Ozean eine brenzlige Situation zu überstehen: Die Neutrogena war in steilem Seegang gekentert. Dabei verloren die Skipper ein Segel, dass erst durch ein aufwendiges Manöver wieder an Bord geholt werden konnte. "Vor Neuseeland haben wir dann endlich die Mirabaud überholt", sagte Herrmann SPIEGEL ONLINE via Satellitentelefon. Aus der Cook-Straße, der Meerenge zwischen den beiden Hauptinseln Neuseelands, seien sie dann "rausgeblasen worden", so der 29-Jährige über die starken Winde.

"Die Cook-Straße war schon ein Highlight für uns", so Herrmann. Nach zwei Monaten völliger Isolation habe er wieder andere Menschen gesehen. Kamera-Teams in einem Hubschrauber und auf einem Schnellboot machten Filmaufnahmen von den Seglern, die da schon auf den vierten Platz vorgerückt waren. Grund dafür waren Reparaturstopps der Konkurrenten Estrella Damm und Groupe Bel in Wellington.

Schwierige Passage um Kap Hoorn steht noch bevor

Im Pazifik baute die Renault den Vorsprung auf die Neutrogena zunächst auf knapp 200 Seemeilen aus, ehe Herrmann und Breymaier zur Aufholjagd ansetzten. Innerhalb einer Woche kam die Neutrogena wieder heran. Am Dienstag betrug der Abstand nur noch etwa 20 Seemeilen. "Sie haben möglicherweise ein technisches Problem", so Herrmann, für dessen Neutrogena es bis auf kleinere Reparaturen sehr gut laufe. "Es ist, wie bergabzusegeln."

Noch ist allerdings mehr als ein Drittel der Regatta, die nonstop um die Welt führt, zu absolvieren. Und die größte Herausforderung steht noch bevor: Die Umrundung von Kap Hoorn an der Südspitze Südamerikas, einem der schwierigsten Segelgebiete der Welt.

Spitzenreiter Virbac-Paprec 3 lag am Donnerstagmorgen um drei Uhr Ortszeit kurz vor diesem Wegpunkt. Herrmann und Breymaier werden dort nach ihren Berechnungen voraussichtlich am Montag sein und den Rückweg über den Atlantik gen Barcelona in Angriff nehmen.

"Wir rechnen momentan mit einer Ankunft um den 6. April herum", sagte Herrmann. Proviant musste sogar schon gespart werden, so der Deutsche, denn vor dem Start war die Crew davon ausgegangen, dass sie die Welt schneller umrunden würde.



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