Baseball Amerikanische Baseballer holen Gold

Ausgerechnet in ihrem Nationalsport Baseball erlebten die Kubaner eine Pleite: Das Team aus der Karibik wurde am Mittwoch in Sydney von Erzfeind USA deklassiert und demoralisiert.


Die US-Baseballer feiern ihre erste Goldmedaille
AFP

Die US-Baseballer feiern ihre erste Goldmedaille

Sydney - Beim 0:4 hatte Kuba, seit der olympischen Premiere 1992 zweimal mit Gold dekoriert, nicht den Hauch einer Chance. Die Amerikaner löschten damit die Schmach, in ihrem Volkssport noch nie zum Olympiasieg gekommen zu sein. Bronze holte Südkorea mit 3:1 über Japan.

Eigens für Sydney hatte der amerikanische Verband die 73-jährige Baseball-Legende Tommy Lasorda als Trainer aktiviert, der früher mit den Los Angeles Dodgers zahlreiche Triumphe in den Staaten feierte. Zwar reizt Olympia die Stars noch längst nicht so wie im Basketball, wo sogar die Liga mit ihrem Spielbetrieb Rücksicht nimmt. Aber der weißhaarige Routinier schaffte es doch, zumindest eine Reihe von zweitklassigen Profis für Sydney zu gewinnen. Als Motto hatte er ausgegeben: "Lasst uns Gold holen!"

Das Verhältnis zwischen den Kontrahenten ist traditionell extrem gespannt. Zwar spielen einige Stars der Kubaner in den USA, allerdings meist ohne eine Ausreiseerlaubnis bekommen zu haben. Zudem soll es Spielervermittler geben, die Anwärter für die beiden Profiligen suchen und ihnen dann zur Flucht verhelfen. Als Beispiel für die Spannungen wäre es bei der 1:6-Vorrunden-Niederlage der Amerikaner fast zum Eklat gekommen. Ein kubanischer Pitcher hatte den US-Schlagmann mit einem Wurf direkt am Körper getroffen. Eine Massenprügelei konnte gerade noch verhindert werden.

Von Günter Müller, dpa



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