Basketball-Bundesliga Pleite in Bamberg angeblich knapp abgewendet

Der einstige Basketball-Serienmeister Bamberg trennt sich vom Geschäftsführer - und spricht von Insolvenzgefahr. Vor Kurzem sollen die Zahlen noch gestimmt haben, nun droht eine Strafe der Bundesliga.

Spieler von Brose Bamberg
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Spieler von Brose Bamberg


Basketball-Bundesligist Bamberg hat sich mit sofortiger Wirkung von Geschäftsführer Rolf Beyer getrennt. Als Grund nannte der Klub in einer knappen Meldung "finanzielle Unregelmäßigkeiten". Nur die zusätzliche Finanzhilfe von Hauptsponsor Brose und Aufsichtsratschef Michael Stoschek habe die Bamberger Basketball GmbH vor einer Insolvenz bewahrt, hieß es.

Um welche Unregelmäßigkeiten es sich handelt und wie groß der Schaden ist, präzisierte der Verein nicht. Beyer hätte den Verein zum Jahresende ohnehin auf eigenen Wunsch verlassen. Ein Nachfolger steht bereits fest, Anfang 2019 fängt Arne Dirks in Bamberg an, der zuletzt für den Deutschen Volleyball-Verband tätig war.

Was nach internen Streitigkeiten klingt, ruft nun die Basketball Bundesliga (BBL) auf den Plan. Liga-Boss Stefan Holz zeigt sich von der finanziellen Schieflage irritiert. "Mich hat das vollkommen überrascht, und ich bin gestern Abend aus allen Wolken gefallen", sagte Holz. Er bezeichnete es als "nicht nachvollziehbar", dass Bamberg ohne Abstimmung mit der Liga in der Öffentlichkeit von einer Insolvenzgefahr berichtet.

Auch der Vorsitzende des Lizenzierungsausschusses, Thomas Braumann, sah die Probleme bei den Bambergern, die seit 2010 sieben von neun Deutschen Meisterschaften feiern konnten, nicht kommen. "Die Unterlagen sind im April eingereicht und für gut befunden worden", sagte Braumann. "Sie haben die Lizenz ohne Auflagen bekommen. Zuletzt haben sie im Oktober berichtet, da war alles in Ordnung."

Holz betonte, dass der Gutachterausschuss und der Lizenzierungsausschuss nun zunächst eine Stellungnahme des Vereins erhalten müssen, über mögliche Konsequenzen wollte er nicht sprechen. Die Statuten sehen bei Vergehen gegen die BBL-Richtlinien von Geldstrafen, über Punktabzug bis zum Lizenzentzug harte Strafen vor.

krä/sid/dpa

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