Basketball-Bundesliga Der FC Bayern reicht nicht

Der FC Bayern Basketball hat mit dem Aufstieg Erwartungen geweckt. Von dem Team sollen die Bundesliga, andere Teams und die TV-Quoten profitieren. Das Magazin "SPONSORS" beschreibt, warum die beiden übertragenden Fernsehsender skeptisch sind.
Von Henning Eberhardt
Bayern-Coach Bauermann (Archiv): "Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis"

Bayern-Coach Bauermann (Archiv): "Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis"

Foto: Andreas Gebert/ dpa

Die Basketball Bundesliga (BBL) hat auf den FC Bayern München gewartet und seinen Aufstieg herbeigesehnt. Clubs und Liga wollen im Sog des Aufsteigers mitschwimmen, von der Strahlkraft der Marke FC Bayern profitieren - bei der Sponsorenakquise und vor allem in Form von höheren TV-Quoten.

Die BBL scheint ihre Rechnung aber bislang nicht mit der ARD gemacht zu haben, dem Zweitverwerter der BBL. Axel Balkausky, Sportkoordinator beim öffentlich-rechtlichen Sender, drückt auf die Euphoriebremse: "Für die ARD ändert sich zunächst einmal auch mit dem Aufstieg des FC Bayern München nichts am Programmkonzept", macht er klar.

Er glaubt zwar, "dass die Teilnahme des Vereins an der BBL einen positiven Effekt auf die gesamte Liga und ihre Außendarstellung haben kann". Zu einer auf den FC Bayern zugeschnittenen Berichterstattung wird es laut Balkausky in der ARD aber trotzdem nicht kommen. "Wir werden nicht plötzlich zum FC Bayern TV."

Laut Balkausky ist die Nachfrage am Basketball unter den deutschen Fernsehzuschauern "nach wie vor zu gering". Der ARD-Sportkoordinator führt als Beispiel das im Februar dieses Jahres vom Bayerischen Rundfunk live übertragene Spitzenspiel der zweiten Liga zwischen dem FC Bayern und Würzburg an.

Die Einschaltquoten pendelten sich damals bei unter 100.000 Zuschauern ab drei Jahren (Marktanteil: 0,5 Prozent) ein und lagen laut Axel Balkausky "weit unter den Erwartungen" der ARD, so dass "Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis standen".

Sport1 hofft auf die Strahlkraft der Marke

Mit seiner Einschätzung scheint Balkausky nicht ganz falsch zu liegen, wie Ergebnisse einer von SPONSORS in Auftrag gegebenen Umfrage des Marktforschungsinstituts Promit zeigen. Demzufolge gaben 72,6 Prozent von insgesamt 861 befragten Sportinteressierten an, sich in Zukunft durch den Aufstieg des FC Bayern nicht mehr als bislang für die BBL zu interessieren.

Immerhin bei 9,1 Prozent scheint der Aufstieg der Bayern hingegen künftig mehr Interesse an der BBL hervorgerufen zu haben. Etwas optimistischer ist da wenig überraschend Sport1-Geschaftsführer Zeljko Karajica. Sein Sender hält die Erstverwertungsrechte an der BBL und überträgt pro Saison 50 Livespiele im Free-TV.

Sport1 kam in den vergangenen Jahren aber lediglich auf durchschnittlich rund 70.000 Zuschauer. Durch den FC Bayern im Programm verspricht sich der Senderchef, die Einschaltquoten nachhaltig zu erhöhen: "Von der Strahlkraft der Marke wird die Liga profitieren - und nicht zuletzt auch die mediale Reichweite", glaubt Karajica, ohne konkrete Zahlen zu nennen.

Ob sich die Art der Berichterstattung bei Sport1 - beispielsweise durch die Einführung eines Magazinformats - durch den Aufstieg des FCB ändern werde, will oder kann er zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht sagen. Fakt ist jedoch: Eine Ausweitung der bisherigen TV-Übertragungszeiten der BBL steht laut Karajica auch bei Sport1 "im Augenblick nicht auf der Agenda".

Ob Dirk Nowitzkis Triumph mit den Dallas Mavericks in der nordamerikanischen Profiliga NBA die Nachfrage nach Basketball erhöhen wird, ist unklar. Eines ist jedoch klar: Die NBA präferiert auch weiterhin die Vergabe ihrer Rechte an das Pay-TV.

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