Erfolg gegen Israel Deutschland verabschiedet sich mit Sieg von der EM

Erfolgserlebnis zum Abschluss: Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft hat bei der EM in Slowenien gegen Israel gewonnen. Allerdings ein Erfolg ohne Wert, das Team von Bundestrainer Frank Menz war schon vorher ausgeschieden.

Deutsche Basketball-Nationalspieler: 80:76 gegen Israel
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Deutsche Basketball-Nationalspieler: 80:76 gegen Israel


Hamburg - Die deutschen Basketballer haben sich mit einem Sieg von der Europameisterschaft in Slowenien verabschiedet. Einen Tag nach dem Vorrunden-K.o. gegen Großbritannien feierte das deutsche Team beim 80:76 (31:30) über Israel den zweiten Sieg im fünften Spiel und beendet das Turnier als Fünfter der Gruppe A. Dennoch bleibt für die Korbjäger des Deutschen Basketball Bundes durch das erste Vorrunden-Aus seit 18 Jahren ein enttäuschendes EM-Fazit.

Die Auswahl von Bundestrainer Frank Menz zeigte zwar wieder eine wechselhafte Vorstellung, in der Schlussphase sorgten aber Tibor Pleiß mit einem Dunk und Robin Benzing sowie Lucca Staiger an der Freiwurflinie für die Entscheidung. Beste deutsche Werfer waren Per Günther und Staiger mit jeweils 15 Punkten.

"Ich bin erleichtert und freue mich für die Mannschaft. Es war aber vielleicht unser schwächstes Spiel, obwohl wir es gewonnen haben. Wir haben uns als Team entwickelt", sagte Menz.

Allerdings starteten die Israelis schwungvoller, allein Günther hielt das deutsche Team mit einem Dreier und einem schönem Anspiel auf Niels Giffey im Spiel. Den Ex-Münchner Yotam Halperin bekam die deutsche Defensive aber kaum in den Griff, so dass Menz beim 8:15 nach fünf Minuten die erste Auszeit nahm. "Ihr müsst den Ball an den Korb kriegen, nicht nur von außen werfen", forderte der Coach.

Israelis dominieren zunächst unter dem Korb

Die sonst reboundschwachen Israelis dominierten zunächst unter den Körben. Erst zu Beginn des zweiten Viertels führte Staiger als Distanzschütze das deutsche Team langsam wieder heran. Nach knapp 17 Minuten sorgte Karsten Tadda mit seinen ersten Turnierpunkten zum 25:24 für die erste Führung seit der Anfangsphase. Diese verteidigte das deutsche Team in einem Spiel mit zahlreichen Ballverlusten auf beiden Seiten. "Wir haben wirklich eine gute Einstellung gezeigt, obwohl es nicht mehr um viel geht", sagte Staiger, mit zehn Punkten bester deutscher Scorer zur Halbzeit.

Mit Distanztreffern bauten Schaffartzik, Robin Benzing und Günther die Führung nach der Pause langsam aus, zwischenzeitlich lag Deutschland mit acht Zählern vorne. Zwar hielten die Israelis die Partie spannend, doch am Ende rettete das Menz-Team seinen Vorsprung über die Zeit.

Im Gegensatz zu Deutschland hat Titelverteidiger Spanien souverän die Zwischenrunde erreicht. Im fünften und letzten Vorrundenspiel feierte der Europameister von 2009 und 2011 beim 83:59 (41:29) gegen Georgien seinen vierten Sieg.

Zudem verbuchte der frühere Bundestrainer Henrik Dettmann mit den bereits für die nächste Runde qualifizierten Finnen ein wertvolles 86:77 (36:35) gegen Griechenland. Da es auch der zweimalige Europameister unter die besten zwölf Mannschaften geschafft hat, nimmt Finnland die Punkte aus diesem Spiel mit.

Neben Spanien, Finnland und Griechenland spielen auch Italien, Slowenien und Kroatien in der einer der beiden Zwischenrunden-Gruppen. In der anderen treten Frankreich, Serbien, Litauen, Ukraine, Lettland und Belgien an.

ham/sid/dpa

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dumovic 10.09.2013
1. so schlecht war es nicht
Ok, die Mannschaft hatte eine Chance auf die Zwischenrunde, die sie aber nicht genutzt. Zumeist hat die Mannschaft eindimensional gespielt, nämlich ihr Glück in Würfen von außen gesucht. Das ist das einzig negative Fazit diese Turniers. Ansonsten bleiben auch eine Menge positive Eindrücke. Die positivste Erscheinung war Niels Giffey, der einen sehr starken Eindruck hinterlassen hat, obwohl er bislang noch nicht auf meinem Radar war. Weiterhin ist es eine gute Erkenntnis, dass man selbst gegen Frankreich gewinnen kann, wenn die einfältige Spielweise funktioniert und die Würfe von außen fallen, denn die Mannschaft hat auf jeder Position gute Werfer. Robin Benzig hat mittlerweile das Niveau, international Topscorer seines Teams zu sein. Allerdings wünsche ich mir, dass er öfter den Korb attackiert, was meiner Ansicht eine seiner großen Stärken ist. Die gesamte Mannschaft hat aber im Turnierverlauf zu viel geworfen. Man sah, dass es in den Köpfen stecke: "Mensch, das hat doch gegen Frankreich auch geklappt!" Es sollte aber klar sein, dass diese Wurfquote nicht in allen Spielen behalten werden konnte. So gesehen war der Auftakterfolg ein Hemmnis im weiteren Verlauf des Turniers. Tibor Pleiß hat sich in Spanien weiter entwickelt, auch wenn er auf internationalem Spitzenniveau noch nicht ganz angekommen ist. Falls der DBB noch einen Anlauf auf Olympia unternimmt und die NBA Spieler zur Mannschaft stoßen, bin ich sehr optimistisch. Man stelle sich dieses Team vor: Guard: Heiko Schaffarzik - Per Günther - Denis Schröder - Lucca Staiger Forward: Dirk Nowitki - Robin Benzing - Elias Harris - Niels Giffey - Tim Olbrecht Center: Chris Kaman - Tibor Pleiß
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