Basketball-EM Litauens Triumphzug bis zum Titel

Zum dritten Mal nach 1937 und 1939 haben Litauens Basketballspieler den Europameistertitel gewonnen. In einem spannenden Finale setzten sich die Balten gegen Spanien durch. Dritter wurde überraschend Deutschland-Bezwinger Italien.


Jubel nach dem dritten Titel: Litauens Basketballer nach dem Triumph über Spanien
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Jubel nach dem dritten Titel: Litauens Basketballer nach dem Triumph über Spanien

Stockholm - Mit 93:84 (40:31) siegte Litauen über Spanien und setzten ihre 4500 Landsleute in der mit 13102 Zuschauern gut gefüllten "Globen"-Arena in Stockholm in völlige Ekstase. Es war der goldene Schlusspunkt perfekter elf Tage für die Litauer. Auf dem Weg in das Finale hatten sie in den Gruppenspielen nicht nur ihren baltischen Rivalen Lettland mit 92:91 n.V. besiegt, sondern auch der deutschen Mannschaft beim 93:71 eine Lehrstunde auf dem Parkett erteilt. Auch in der Endrunde in Stockholm setzte sich der Siegeszug des von Trainer Antanas Sireika betreuten Teams mit Triumphen über Weltmeister Serbien und Montenegro sowie Frankreich fort.

Im Finale dominierten die Litauer das spanische Team um NBA-Star Pau Gasol (Memphis Grizzlies) überraschend deutlich. Besonders im zweiten Viertel, das die Spanier mit 12:20 verloren, legten die Litauer den Grundstein zum Sieg. Auch nach der Pause kamen die Spanier, die auf ihren ersten EM-Titel gehofft hatten, mit der robusten Defensive ihres Gegners nicht zurecht. Als die Litauer zu Beginn des letzten Viertels durch 6:0 Punkte in Folge auf 68:48 erhöhten und Spanien bis fünf Minuten vor dem Ende nicht entscheidend verkürzen konnte, war die Vorentscheidung gefallen.

Beim neuen Europameister, der abermals durch eine geschlossene Mannschaftsleistung überzeugte, waren Arvydas Macijauskas (21 Punkte) und Eurelius Zukauskas (18) die besten Werfer. Spanien hatte in Gasol (36) und Juan-Carlos Navarro (18) seine treffsichersten Schützen.

4500 Fans aus Litauen begleiteten ihre Mannschaft in Schweden
AFP

4500 Fans aus Litauen begleiteten ihre Mannschaft in Schweden

Bronze und damit den letzten Europa-Startplatz für Olympia 2004 in Athen sicherte sich Italien durch ein 69:67 (39:27) gegen Frankreich. Nach einem völlig misslungenen Auftaktviertel (13:24) hatten die Franzosen zwar eine Auftaktjagd gestartet, blieben aber bis zum Ende glücklos. Ausgerechnet Frankreichs bis dahin überragende Spielmacher Tony Parker vom NBA-Champion San Antonio Spurs verpasste zwei Sekunden vor dem Ende mit seinem Wurf den möglichen Ausgleich.

Italien, Europameister von 1983 und 1999, hatte im Ausscheidungsspiel vor den Viertelfinals Deutschlands Aus besiegelt. Neben Italien, Gastgeber Griechenland und den EM-Finalisten hat noch Serbien und Montenegro das Athen-Ticket sicher. Der Weltmeister erreichte in Schweden nach einem 64:72 im Platzierungsspiel gegen die Griechen jedoch nur Rang sechs.

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