Basketball Köln 99ers retten sich - bis morgen

Vorsichtiges Aufatmen bei den Köln 99ers: Der insolvente Basketballclub kann seinen Spielbetrieb für Erste fortsetzen. So entschied der Insolvenzverwalter heute in Abstimmung mit dem Management und der Mannschaft. Dem Verein fehlen jedoch weiter 1,5 Millionen Euro.


Hamburg - Nach vielen Tagen der intensiven Arbeit für den Verbleib der 99ers in der Basketball-Bundesliga (BBL) ist die benötigte Summe zwar noch nicht in Gänze beisammen, doch die Gespräche der vergangenen Tage geben Grund zur Zuversicht, heißt es in einer Pressemitteilung, die der Verein heute Abend veröffentlichte. Damit ist auch gesichert, dass das Team morgen (18.30 Uhr) zum Rückrunden-Auftakt gegen EnBW Ludwigsburg antreten wird.

Kölns McElroy: Vorsichtig optimistisch
DPA

Kölns McElroy: Vorsichtig optimistisch

"Wir sind stolz, ein charakterlich so gefestigtes Team zu haben. Alle hier glauben an eine gemeinsame Zukunft und arbeiten auf Hochtouren, diese in den nächsten Tagen zu sichern", erklärte Kölns Sportdirektor Stephan Baeck: "Mit ihrer Bereitschaft gegen Ludwigsburg anzutreten, beweisen unsere Spieler, dass sie an uns glauben und mit ihrer Leistung helfen wollen."

Den Spielern sei freigestellt worden, ob sie diesen Weg gemeinsam mit dem Verein gehen wollen. Der Großteil der Spieler sei dazu bereit gewesen. Youngster Philipp Schwethelm gab sich kämpferisch: "Wir geben nicht kampflos auf. Solange wir noch eine Chance sehen, geben wir alles für Verein und Fans."

BBL-Pressesprecher Dirk Kaiser kündigte gegenüber SPIEGEL ONLINE an, die Liga werde zu Beginn der nächsten Woche mit dem Insolvenzverwalter der Köln 99ers, Norbert Heimann, über das weitere Vorgehen beraten. "Es wird keine Hängepartie geben", sagte Kaiser. In den nächsten drei Wochen müsse Klarheit geschaffen werden, ob der Verein für den Rest der weiterspiele. "Auch wenn wir für die heutige Situation Verständnis haben, möchten wir das ungern Woche für Woche wiederholen."

Bis zum Saisonende benötigt der Pokalsieger weitere 1,5 Millionen Euro. Heimann ist bei diesem Posten aber "optmistisch gestimmt", weil bis zum Hauptrunden-Abschluss der BBL noch vier Monate Zeit wären. Derzeit befindet sich der Insolvenzverwalter in Gesprächen mit potentiellen Sponsoren. Davon mochte Odendahl jedoch noch gar nicht reden: "Wir wollen jetzt Schritt für Schritt gehen und uns dabei nicht selbst überholen."

Der insolvente Bundesligist hatte für die Fortsetzung des Spielbetriebs über das Wochenende hinaus 150.000 Euro benötigt. Insolvenzverwalter Heimann hatte Anfangs der Woche noch an die Kölner Unternehmen appelliert: "In der Kasse ist nichts. Es liegt an der Wirtschaft und den Persönlichkeiten in Köln, zu entscheiden, ob sie den Standort für Basketball erhalten wollen oder nicht."

Vor einer Woche war bekannt geworden, dass der Hauptsponsor (Geldgeber Herbert Zimmer) seinen finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Deshalb stellten die Rheinländer einen Insolvenzantrag. Sollten alle Rettungsversuche fehlschlagen, wäre Köln der erste Absteiger. Alle Saison-Ergebnisse der 99ers würden gestrichen.

Spitzenspiel in Berlin

Die Geldsorgen in Köln überdecken in diesen Tagen sogar das Topspiel zwischen Tabellenführer Alba Berlin und dem ersten Verfolger, den Artland Dragons, zum Rückrundenauftakt der BBL am Sonntag (17 Uhr). "Ein Erfolg über Quakenbrück wäre mehr als nur ein reiner Sieg - ein Ausrufezeichen für die Konkurrenz", sagte Alba-Manager Henning Harnisch. Mit einem Erfolg zum Rückrunden-Auftakt gegen den Vizemeister würden die Berliner, die in der Liga in dieser Saison daheim noch ungeschlagen sind, ihren Vorsprung an der Tabellenspitze auf vier Zähler ausbauen.

Alba-Trainer Luka Pavicevic steht mit Ausnahme der beiden Regisseure Goran Jeretin und Johannes Herber, die sich nach ihren Kreuzbandrissen in der Rehabilitation befinden, sowie dem weiter an Rückenproblemen laborierenden Nicolai Simon im Spitzentreffen der komplette Kader zur Verfügung. Für das Topspiel waren heute bereits 7000 Tickets verkauft.

"In diesem Spiel wird noch nichts entschieden, aber beide Teams wollen zeigen, wo sie tatsächlich stehen", sagte Quakenbrücks Co-Trainer Ralf Rehberger. Er sieht jedoch sein Team in der Außenseiterrolle: "Der Druck liegt bei Alba Berlin, weil Alba immer gewinnen muss."

fpf/sac/dpa



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