Basketball-Pläne US-Investoren wollen BBL-Club in Hamburg etablieren

Fußball, Handball, Eishockey - Hamburg beheimatet mehrere Erstligavereine. Basketball gehörte bislang nicht dazu. Geldgeber aus den USA wollen dies nun ändern und planen bereits für die kommende Saison die Gründung eines Hamburger Clubs. Die Liga ist angetan.


Hamburg - Investoren aus den USA wollen in die Basketball-Bundesliga einsteigen und in Hamburg ein Spitzenteam installieren. Boris Schmidt, der Vorsitzende des Hamburger Basketball Verbandes, bestätigte SPIEGEL ONLINE die Gespräche mit den potentiellen Investoren. Diese hätten klare Vorstellungen von ihren Zielen: "Der Club soll dann in kürzester Zeit Nummer eins in Deutschland werden", so Schmidt. Mittelfristig wollten die Geschäftsleute mit ihrem Hamburger Basketball-Team an die Spitze Europas – auch unter die besten vier der Euroleague.

Artland-Profi McIntosh bei Pokalfinale in Hamburg: Regelmäßiger Gast ab 2009?
Getty Images

Artland-Profi McIntosh bei Pokalfinale in Hamburg: Regelmäßiger Gast ab 2009?

Der neue Club soll eventuell schon in der Saison 2009/2010 an den Start gehen. Die Entscheidung soll Ende des Jahres fallen. Angedacht ist von den Investoren Henry Feinberg und Steven M. Julius nach Angaben des "Hamburger Abendblattes" angeblich ein Anfangsetat von zehn bis zwölf Millionen Euro, der damit rund 30 Prozent über dem aktuellen Etat des deutschen Meisters Alba Berlin (etwa 7,5 Millionen Euro) läge. Sowohl Schmidt wie auch Dirk Kaiser, der Sprecher der Basketball-Bundesliga, sagten SPIEGEL ONLINE, die möglichen Investoren hätten einen seriösen und ernsthaften Eindruck gemacht.

Feinberg ist Gesellschafter eines trotz der Bankenkrise hochliquiden Finanzdienstleisters, Julius Präsident einer großen Beratungsfirma. Vor ihrer Hamburgvisite trafen sich die Amerikaner in Köln mit Jan Pommer, dem Geschäftsführer der Basketball-Bundesliga (BBL). Die BBL kämpft im Interesse ihrer Ligasponsoren um den Standort Hamburg und trägt deshalb seit zwei Jahren die Pokalendrunde in der bis zu 14.000 Zuschauer fassenden Arena aus.

Sollten die Planungen der US-Investoren realisiert werden, würde die BBL der Mannschaft eine Wildcard für die Bundesliga geben. Schmidt sagte, falls die Pläne umgesetzt werden, gehe er davon aus, dass die BBL auch einen Weg finden werde, um dem neuen Club einen Platz in der ersten Liga zu geben. "Diese Chance werden sie sich nicht entgehen lassen."

Bei den Gesprächen in den vergangenen Tagen ging es auch darum, wie der neue Club in Hamburg integriert werden könnte. "Die Investoren haben ein großes daran, sich mit der Hamburger Basketball-Szene zu vernetzen und suchen auch Kontakte zu Schulen."

Am vergangenen Sonntag sah sich die US-Delegation, zu der auch Ron Adams, ein Assistenztrainer der Chicago Bulls gehörte, in Bamberg das Spiel der Brose Baskets gegen die Frankfurt Skyliners (66:61) an, "um einen Eindruck vom deutschen Basketball und seiner Vermarktung zu gewinnen".

sac/fpf/sid

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.