Basketball-WM Deutschland feiert Überraschungserfolg gegen Serbien

Deutschlands Basketballer haben bei der Weltmeisterschaft in der Türkei einen großen Schritt in Richtung Achtelfinale gemacht. In einer dramatischen Partie setzte sich das Team von Bundestrainer Dirk Bauermann nach zweimaliger Verlängerung gegen die favorisierten Serben durch.
Deutsche Basketball-Nationalspieler: Sieg gegen Favorit Serbien

Deutsche Basketball-Nationalspieler: Sieg gegen Favorit Serbien

Foto: Georgi Licovski/ dpa

Bundestrainer Dirk Bauermann

Hamburg - Starke Leistung, überraschender Erfolg: Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft hat bei der WM in der Türkei den Grundstein für den Einzug ins Achtelfinale gelegt. Nur einen Tag nach der unglücklichen 74:78-Auftaktniederlage gegen den Weltranglistenersten Argentinien besiegte die Mannschaft von Vize-Europameister Serbien 82:81 (73:73, 69:69, 37:35) nach zweimaliger Verlängerung.

"Dieser Sieg ist sensationell. Wie die Mannschaft heute zurückgekommen ist, war schon bemerkenswert. Das war der spektakulärste und wohl wichtigste Sieg, seit dieses Team zusammenspielt", sagte Bauermann. Matchwinner war letztlich Jan-Hendrik Jagla mit einem spektakulären Drei-Punkte-Wurf 63 Sekunden vor Schluss zum 82:77. In einer hochdramatischen Partie waren es die beiden Routiniers Demond Greene und Jagla, die in der zweiten Verlängerung das Team zum Sieg führten.

"Wir haben bis zum letzten Ball gekämpft, immer an uns geglaubt. Das Team hat eine tolle Entwicklung gemacht, jetzt können wir auch solche Spiele gewinnen", sagte Jagla. Vor 3000 Zuschauern in der Kadir Has Arena war der 29-Jährige mit 22 Punkten bester Werfer für die jüngste deutsche Mannschaft, die je an einer Basketball-Weltmeisterschaft teilgenommen hat.

"Wir haben jede Minute an den Sieg geglaubt"

Neben Jagla trafen zudem Greene (15 Punkte), Heiko Schaffartzik (14), WM-Neuling Christopher McNaughton (12) und Steffen Hamann (10) zweistellig für die deutschen Basketballer. "Wir haben jede Minute an den Sieg geglaubt. Trotzdem dürfen wir jetzt nicht abheben. Der eine Sieg bedeutet noch gar nichts", sagte Schaffartzik vor der Partie gegen Australien am (18 Uhr). Die Australier verloren ihr zweites Spiel gegen Argentinien 72:74.

Die Auswahl des Deutschen Basketball-Bundes zeigte auch ohne Superstar Dirk Nowitzki keinen Respekt vor dem großen Namen des Gegners. Angeführt von Jagla spielte die unerfahrene deutsche Mannschaft erstaunlich routiniert gegen die Serben und lag zur Pause völlig unerwartet 37:35 in Front.

Bauermann rotierte viel gegen den fünfmaligen Weltmeister, der auf die wegen ihrer Beteiligung an einer Massenschlägerei im Test gegen Griechenland gesperrten Superstars Nenad Krstic und Milos Teodosic verzichten musste. So bekamen Philipp Schwethelm und McNaughton ungewöhnlich viel Spielzeit, die besonders Center McNaughton nutzte.

Im Gegensatz zum Argentinien-Spiel, als ein katastrophales drittes Viertel die Niederlage einleitete, konnte das deutsche Team sein Niveau gegen Serbien auch nach der Pause halten. Selbst eine Augenverletzung von Kapitän Hamann brachte die Mannschaft nicht aus dem Rhythmus. 19 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit rettete Aleksandar Rasic die Serben zwar in die Verlängerung, aber dort behielten die Bauermann-Schützlinge die Nerven.

US-Team mit zweitem Sieg

Turnierfavorit USA gewann auch sein zweites Gruppenspiel. Der zwölfmalige Olympiasieger unterstrich mit einem 99:77 (42:28) gegen Slowenien die Ambitionen auf den Weltmeistertitel. Bester US-Werfer war Kevin Durant, der in der nordamerikanischen Profiliga NBA bei Oklahoma City Thunder spielt, mit 22 Punkten.

In der deutschen Gruppe A setzte sich Afrikameister Angola gegen die sieglosen Jordanier trotz eines Rückstands zur Pause am Ende 79:65 (29:35) durch und holte damit nach der heftigen Auftaktniederlage gegen Vize-Europameister Serbien (44:94) den ersten Sieg. In der Gruppe C war China mit dem 83:73 (41:33) gegen die Elfenbeinküste nach der Auftaktniederlage gegen Griechenland (81:89) erstmals erfolgreich, in der Gruppe D bezwang Litauen Kanada 70:68 (33:43) und fuhr den zweiten Sieg ein.

wit/sid/dpa
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