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22. November 2017, 19:38 Uhr

Nada-Finanzierung

Verbände wollen Neuverteilung beim Anti-Doping-Kampf

Leichtathletik, Radsport und Triathleten wollen nicht mehr so viel für den Anti-Doping-Kampf zahlen wie bisher. Die Verbände fühlen sich bei der Finanzierung der Anti-Doping-Agentur ungerecht behandelt.

Die Spitzenverbände der Leichtathleten, Radfahrer und Triathleten wollen einen neuen Verteilungsschlüssel zur Finanzierung der Nationalen Anti-Doping-Agentur Nada. In einem Antrag an die Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes am 2. Dezember in Koblenz fordern der Bund Deutscher Radfahrer BDR, der Deutsche Leichtathletikverband DLV und die Deutsche Triathlon-Union DTU die Deckelung des bisherigen Beitrags des Sports auf eine Million Euro bis Ende 2020 und eine "langfristige Neuregelung" ab 2021.

Der Antrag TOP 16.3 birgt Brisanz und dürfte weder beim DOSB noch bei vielen anderen Verbänden auf Gegenliebe stoßen. Schließlich bringen die neun Verbände der Risikogruppe eins mehr als die Hälfte der einen Million Euro zur Nada-Finanzierung auf.

Alle drei Verbände und Antragssteller wurden vor neun Jahren in die Risikogruppe 1 eingestuft und müssen mehr in die Nada-Kasse zahlen. Spitzenreiter ist der DLV mit 142.124 Euro jährlich. Dies ist ein Anteil von rund 14,2 Prozent der 50 Beitragszahler. Der BDR bezahlt mit 107.763 Euro die zweithöchste Summe vor der DTU und dem Deutschen Schwimm-Verband mit jeweils 60.477 Euro.

Der seit 2008 bemühte Verteilungsschlüssel des Beitrages des Sports zur Nada-Finanzierung stehe in "keinerlei Zusammenhang mehr mit der aktuellen Situation" sowie den Wettkampf- und Trainingskontrollen, lautet die Begründung für den Antrag. Der Verteilungsschlüssel müsse "in Gänze hinterfragt" werden. Denn die Zahlen der Doping-Kontrollen hätten sich seit 2008 ebenso verändert wie die Risikoeinschätzung der Doping-Gefährdung einer Sportart, die Entwicklungen der Verbände beim Kampf gegen Sportbetrug nicht einbeziehen würden.

Die Nada reagierte zurückhaltend auf den Vorstoß: "Die einzelnen Beiträge der Spitzensportverbände richten sich nach einem Verteilungsschlüssel von DOSB und Nada, der sich seit 2015 auf ausdrücklichen Wunsch der Spitzensportverbände in der Überarbeitung befindet", teilte die Nada auf Anfrage des SPIEGEL mit. Eine extra eingerichtete Arbeitsgemeinschaft der Spitzensportverbände habe bislang "keine verbindlichen Ergebnisse geliefert".

bka/dpa

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