Nach rechten Facebook-Posts BDR-Funktionär unter Druck

Der Vizepräsident des Bunds Deutscher Radfahrer veröffentlichte offenbar monatelang rechtsextreme Inhalte auf seiner Facebook-Seite. Nach zunehmender Kritik löschte er die Beiträge.
Peter W. Streng

Peter W. Streng

Foto: imago

Fremdenfeindliche Beiträge auf Facebook haben den stellvertretenden Präsidenten des Bunds Deutscher Radfahrer (BDR) in Bedrängnis gebracht. Der 71-jährige Peter W. Streng teilte auf seiner privaten Facebook-Seite Beiträge rechtsextremer Seiten. Der Verband bestätigte den Sachverhalt SPIEGEL ONLINE und distanziert sich vom Funktionär. Streng selbst konnte für eine Stellungnahme nicht erreicht werden.

Anfang der Woche postete Streng auf Facebook einen Link zum Rechtsaußen-Blog "Denken macht frei". Wie das Blog "Winkelsicht" dokumentiert , handelte es sich dabei nicht um einen Einzelfall. Bereits mehrfach hatte Streng rechte Thesen geteilt. Besonders die Behauptung, Flüchtlinge in Deutschland würden besser behandelt als der Rest der Bevölkerung, zog sich als durchgängiges Motiv durch seine Äußerungen.

Die Radsportabteilung des FC St. Pauli forderte den Rücktritt  Strengs. Nachdem immer mehr Beschwerden über die Äußerungen des Funktionärs aufgetaucht waren, löschte Streng seine Posts und veröffentlichte auf seiner privaten Facebook-Seite eine (nicht mehr öffentlich zugängliche) Stellungnahme, in der er "rechtes Gedankengut" von sich wies: "Das Gegenteil ist der Fall." Sein Fehler sei "unterlassene Recherche", er habe sich nicht ausreichend über den Inhalt der von ihm verbreiteten Inhalte informiert.

Auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE sagte BDR-Generalsekretär Martin Wolf, der sich zurzeit bei der Rad-WM in Doha aufhält: "Radsport ist ein Bereich, in dem jeder Mensch unvoreingenommen aufgenommen wird, unabhängig von Religion, Nationalität, Geschlecht oder Herkunft." Die Satzung des Verbands verbiete "rassistische Bestrebungen".

Der BDR habe Streng aufgefordert, die umstrittenen Inhalte zu entfernen und sich von ihnen zu distanzieren. Streng habe "dies sofort umgesetzt". Auf einer Präsidiumssitzung am 18. Oktober wolle der Verband über mögliche weitere Konsequenzen beraten.

rae
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