Beisetzung von "Smokin' Joe" Muhammad Ali gibt Frazier letztes Geleit

Im Ring waren sie Kontrahenten, später lernten sie sich schätzen: Muhammad Ali hat Abschied von der verstorbenen Box-Legende Joe Frazier genommen. Insgesamt kamen 4000 Gäste zu der Beisetzung in Philadelphia. Der Pastor würdigte Frazier als wahren Champion.

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Hamburg - Der ehemalige Box-Weltmeister Joe Frazier ist in Philadelphia beigesetzt worden. Unter den rund 4000 Trauergästen in der Enon Tabernacle Baptist Church waren am Montag (Ortszeit) auch Fraziers langjähriger Rivale Muhammad Ali, der einstige Schwergewichtschampion Larry Holmes und Box-Promotor Don King. Der ehemalige Schwergewichtsboxer Frazier war am 7. November im Alter von 67 Jahren an Leberkrebs gestorben.

Ali, dem Frazier 1971 im sogenannten Kampf des Jahrhunderts die erste Niederlage als Profiboxer beifügt hatte, war in Begleitung von Ehefrau Lonnie und weiteren Familienmitgliedern erschienen. Sichtlich von seiner Parkinson-Krankheit gezeichnet, erhob sich Ali von seinem Stuhl und klatschte ein letztes Mal Beifall für Frazier.

Pastor Jesse Jackson beschrieb Frazier in seiner Rede als Mensch, der "Rassentrennung, Erniedrigung und Schande" erlebt habe und dem später "erstaunliche Gnade" zuteil geworden sei. "Sagt ihnen, dass Rocky kein Champion war, dass Joe Frazier einer war", sagte Jackson in Bezug auf den von Sylvester Stallone verkörperten Boxer im gleichnamigen Film "Rocky". "Sagt ihnen, dass Rocky erfunden ist, dass Joe Realität war."

Videobotschaften von Mike Tyson und Mickey Rourke

Der frühere Weltmeister im Schwergewicht, Mike Tyson, US-Unternehmer Donald Trump und Schauspieler Mickey Rourke bekundeten in Videobotschaften ihre Anteilnahme am Tod Fraziers.

Frazier kämpfte dreimal gegen Boxlegende Ali. Den ersten Fight gewann er 1971 im New Yorker Madison Square Garden. Die anderen beiden verlor er. Frazier wurde 1970 Weltmeister im Schwergewicht und verteidigte den Titel viermal. 1973 wurde er von George Foreman besiegt. Danach gelang es ihm nie wieder, den Weltmeistertitel zu gewinnen.

Bereits am Samstag waren Tausende Fans in Philadelphia zur öffentlichen Trauerfeier für Frazier geströmt, um Abschied zu nehmen. Trotz Eiseskälte hatten die Besucher in der Warteschlange vor dem Wells Fargo Center ausgeharrt, um "Smokin' Joe" die letzte Ehre zu erweisen.

Frazier war in der Mitte der Arena in einem geschlossenen weißen Sarg aufgebahrt, darauf lag ein schwarzer Cowboyhut. Umrahmt wurde der Sarg von einem Plakat von Fraziers legendärem ersten Kampf gegen Muhammad Ali im Jahr 1971 und einem Frazier-Porträt.

luk/dpa/dapd/sid



insgesamt 11 Beiträge
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ogniflow 15.11.2011
1. Anderes Niveau
Das Schwergewicht hatte damals eine ganz andere Bedeutung, da es tatsächlich Kontrahenten auf ähnlichem Niveau gab. Kein Vergleich zu dem Fallobst das heute den durchaus respektablen Klitschkos serviert wird. Der Liebling der Massen ( Ali ) hat so manchen Kampf durch Fehlurteile gewonnen ( Frazier,Norton ), weil man ihn besser verkaufen konnte.
slider 15.11.2011
2. R.i.p.
Der Tod hatte gegen Frazier nur durch einen Lucky Punch gewonnen. Nach Punkten war Frazier ihm weit überlegen, darum lebt er als Legende weiter.
Metternich 15.11.2011
3. die Großen!
Vergleicht man die staksig hüftsteifen Klitschkos und die schwerfällig prügelnden Boxbeutel von heute mit den ganz Großen der Faustkämpferzunft, dann sehnt man sich nach den Zeiten der Heroen des Boxsports zurück. Welch ein Anblick den agilen technisch brillianten Ali zu sehen, den mutigen in ständiger Bewegung agierenden Frazier, aber auch Sonny Liston oder Foreman nicht zu vergessen. Das waren Sternstunden des Boxens, Ereignisse, die man lange in Erinnerung behält. Und heute? Ein bisweilen schäbiger Abglanz; da retten auch die Klitschkos nichts, die sich nicht mit diesen Großen von damals vergleichen können.
sittingbull, 15.11.2011
4. R.i.p.
Zitat von sliderDer Tod hatte gegen Frazier nur durch einen Lucky Punch gewonnen. Nach Punkten war Frazier ihm weit überlegen, darum lebt er als Legende weiter.
Das haben Sie sehr schoen formuliert! Ich weiss nicht, wie Fraziers letzte Jahre waren. War er fast vergessen, lebte er in finanzieller Not? Egal - jetzt als Toter hat er endgueltig seinen Platz in der Zeitgeschichte gefunden. Keinem dieser grossen Boxer war dies moeglich, wenn nicht zugleich grosse Gegner da waren! Frazier, Muhammad Ali und wenige andere hatten dieses Glueck. Die Klitchkos haben es nicht - was vielleicht nicht ihre Schuld ist. Sie werden deshalb - trotz der vielen Guertel - Randfiguren des Boxsports bleiben muessen!
mjj23 15.11.2011
5. ..
Zitat von ogniflowDas Schwergewicht hatte damals eine ganz andere Bedeutung, da es tatsächlich Kontrahenten auf ähnlichem Niveau gab. Kein Vergleich zu dem Fallobst das heute den durchaus respektablen Klitschkos serviert wird. Der Liebling der Massen ( Ali ) hat so manchen Kampf durch Fehlurteile gewonnen ( Frazier,Norton ), weil man ihn besser verkaufen konnte.
Ist schon ein bissel weit hergeholt zu behaupten das es Fehlurteile waren ! Scheint so als seien Sie der einzige Experte.. Allerdings muss ich Ihnen was die Klitisches betrefft recht geben. RIP Smoking Joe
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