Ruder-Klassiker Mit 46-Jährigem im Team - Cambridge gewinnt Boat Race gegen Oxford

Vor mehr als 13 Jahren hatte Olympiasieger James Cracknell seine Ruderkarriere beendet - eigentlich. Für das Boat Race kehrte er zurück aufs Wasser und feierte mit Cambridge einen Sieg über Rivale Oxford.

Cambridges Männerteam: Dara Alizadeh, Grant Bitler, James Cracknell, Dave Bell (v.l.n.r.)
AFP

Cambridges Männerteam: Dara Alizadeh, Grant Bitler, James Cracknell, Dave Bell (v.l.n.r.)


Cambridge hat die 165. Auflage des legendären Boat Race gegen Oxford gewonnen. Auf der Londoner Themse feierten sowohl das Männer- als auch das Frauen-Team souveräne Siege. Bereits im Vorjahr hatte Oxford beim traditionellen Achter-Rennen der englischen Elite-Universitäten beide Rennen verloren.

Für Cambridge war es der insgesamt 84. Erfolg. Oxford konnte das seit 1829 ausgetragene Rennen bisher 80-mal gewinnen. Im Jahr 1877 gab es bei das einzige Unentschieden.

Im Mittelpunkt stand dieses Jahr Cambridges James Cracknell, der mit 46 Jahren zum ältesten Teilnehmer in der Geschichte des Wettbewerbs wurde. Er war doppelt so alt wie einige der Studenten, die mit ihm im Boot saßen, und acht Jahre älter als der bisherige Rekordhalter Andy Prober (Cambridge, 1992).

Cracknell hatte einst im Vierer bei den Olympischen Spielen in Sydney 2000 und in Athen 2004 Gold gewonnen. 2006 hatte er seine Karriere als Ruderer eigentlich beendet. Am Boat Race durfte er teilnehmen, weil er aktuell an der Uni Cambridge studiert und einen Master-Abschluss in Philosophie anstrebt.

James Cracknell nach dem Rennen
AFP

James Cracknell nach dem Rennen

"Am Start dachte ich: 'Ich hab das vermisst'", sagte Cracknell der BBC nach dem Sieg. Das Rennen habe er gut verkraftet. Ausdauernd rudern, das sei kein Problem für ihn gewesen; Sorgen hätte ihm eher das Tempo bereitet.

Im Ziel der 6,8 Kilometer langen Strecke zwischen den Londoner Stadtteilen Putney und Mortlake betrug der Vorsprung der Cambridge-Crew eine gute Bootslänge. Für den Erfolg hatte das Team 16:57 Minuten benötigt. Für Oxford waren mit Achim Harzheim und Benjamin Landis zwei Deutsche an den Start gegangen.

Noch deutlicher fiel die Niederlage für Oxford bei den Frauen aus. Das Team um Tina Christmann, die bei der U23-WM 2017 Bronze im Doppelvierer gewonnen hatte, kam 17 Sekunden hinter der Konkurrenz aus Cambridge ins Ziel. Für Cambridge war es bereits der dritte Erfolg hintereinander und der 44. insgesamt bei 30 Niederlagen.

mon/dpa/Reuters



insgesamt 2 Beiträge
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Braveheart Jr. 07.04.2019
1. Eine tolle Leistung von James Cracknell ...
... gar keine Frage. Und ein Eintrag im Guinness Buch der Rekorde wert. Aber nicht mannschaftsdienlich - ich hätte lieber einen Jüngeren im Boot gesehen, der sich mit seinem Beitrag hätte profilieren können.
bommerlunder 08.04.2019
2. Alter spielt keine Rolle
Zitat von Braveheart Jr.... gar keine Frage. Und ein Eintrag im Guinness Buch der Rekorde wert. Aber nicht mannschaftsdienlich - ich hätte lieber einen Jüngeren im Boot gesehen, der sich mit seinem Beitrag hätte profilieren können.
Es dient der Mannschaft, wenn die Besten teilnehmen. Und danach richtet sich das Team im Boot. Egal, wie alt.
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