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15. April 2019, 19:21 Uhr

Spektakulärer Zielsprint beim Boston-Marathon

Kenianer Cherono triumphiert auf den letzten Metern

Ein Marathon wird meist über die Distanz und selten im Sprint entschieden - was aber, wenn zwei Profis bis zum Schluss gleich auf sind? Die 123. Ausgabe des Prestige-Rennens in Boston endete dramatisch.

Wenn am Straßenrand ein Schild mit der Kilometerzahl 42 auftaucht, bedeutet das für die meisten Läufer im Marathon: Jetzt nur noch 195 Meter durchhalten, die Stimmung genießen, sich von den Zuschauern feiern lassen und so locker wie noch möglich im Ziel landen. Profirennen werden oft schon auf den letzten Kilometern entschieden, manchmal ist auch nur noch ein Topläufer im Rennen, weil die Konkurrenz bereits abreißen musste, selten sind die letzten 100 Meter für den Erfolg entscheidend. Bei der 123. Ausgabe des Boston-Marathons musste der Sieger bis zum Schluss kämpfen.

Der Kenianer Lawrence Cherono hat das Prestige-Rennen in den USA gewonnen. Der 30-Jährige setzte sich in einem langen Schlusssprint gegen den Äthiopier Lelisa Desisa durch, die beiden Kontrahenten zogen das Tempo über etwa eine Minute immer weiter an. Zunächst sah es sogar nach einem Sieg des Äthiopiers aus, Cherono überholte ihn erst auf den letzten Metern und feierte damit seinen sechsten Erfolg bei einem Marathon-Rennen.

Sehen Sie hier die Entscheidung

Der Kenianer erreichte nach 2:07:57 Stunden das Ziel beim Lauf-Klassiker und lag am Ende zwei Sekunden vor Desisa. Auf dem dritten Platz landete nach 42,195 Kilometern Cheronos Landsmann Kenneth Kipkemoi (2:08:07). Zur besseren Vorstellung: Die Siegerzeit von 2:07:57 Stunden entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 20 km/h. Der Weltrekord im Marathon liegt bei 2:01:39 Stunden, Superstar Eliud Kipchoge stellte die Bestmarke im vergangenen Jahr in Berlin auf.

Bei den Frauen war die Äthiopierin Worknesh Degefa die Schnellste von Boston, dem ältesten Stadt-Marathon der Welt. Die 28-Jährige kam nach 2:23:31 Stunden ins Ziel. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Edna Kiplagat aus Kenia (2:24:13) und die US-Amerikanerin Jordan Hasay (2:25:20).

jan

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