Box-Legende Max Schmeling gestorben

Box-Legende Max Schmeling ist tot. Der ehemalige Weltmeister aller Klassen starb, wie erst heute bekannt wurde, bereits am Mittwoch. Drei Tage zuvor war er ins Koma gefallen, aus dem er nicht mehr erwachte. Schmeling wurde 99 Jahre alt.



Hamburg - "Von einem kleinen Kreis Vertrauter liebevoll umsorgt, erreichte Max Schmeling in Gesundheit und geistiger Frische ein ungewöhnliches Alter, bis zuletzt interessiert an Gesprächen über aktuelle Geschehnisse und neugierig auf die Zukunft", hieß es heute in einer Erklärung der Max-Schmeling-Stiftung. "Sein Wunsch, das hundertste Lebensjahr zu vollenden, hat sich leider nicht erfüllt."

Wie die Stiftung zudem bekannt gab, sei Schmeling in seinem niedersächsischen Wohnort Hollenstedt heute neben seiner Frau beerdigt worden.

Die offizielle Gedenkfeier für Schmeling wird am 1. März im Hamburger Michel stattfinden. "Bürgermeister Ole von Beust wird mit Sicherheit teilnehmen, über andere Gäste können wir noch nichts sagen", sagte der Hamburger Senatssprecher Lutz Mohaupt der dpa. Max Schmeling starb am 2. Februar um 15.55 Uhr. Er war drei Tage zuvor ins Koma gefallen und nicht mehr aufgewacht, wie die Frau seines engsten Vertrauten Herbert Woltmann dem sid sagte. Schmeling hatte sich um Weihnachten eine schwere Erkältung zugezogen, von der er sich nicht mehr erholte.

Fotostrecke

Schmeling-Fotostrecke: Das Leben einer Legende

Foto: DPA

Der Boxer von Weltruhm hatte 1930 gegen den Amerikaner Jack Sharkey die Weltmeisterschaft im Schwergewicht errungen. Seinen berühmtesten Kampf lieferte Schmeling aber am 19. Juni 1936: In New York schickte der Deutsche den als unbesiegbar geltenden Amerikaner Joe Louis nach zwölf Runden auf die Bretter. Knapp zwei Jahre später brauchte Louis bei der Revanche zwar nur 124 Sekunden, um Schmeling k.o. zu schlagen, doch dem Ruhm des Boxers konnte das nicht mehr schaden.

Der in der Uckermark geborene Schmeling war im Zweiten Weltkrieg Soldat und ließ sich nach Kriegsende mit seiner Frau, der Schauspielerin Anny Ondra, in Hamburg nieder. 1957 erheilt er eine Konzession von Coca-Cola, was ihn über die Jahre zum wohlhabenden Mann machte. Er brachte mehrere Millionen in die Max Schmeling-Stiftung ein, die sich gemeinnützigen Projekten widmete.

Sein rund 100.000 Quadratmeter großes Grundstück in Hollenstedt hat Schmeling seiner Gemeinde übertragen. Im Erbvertrag vom 25. Juni 2002 heißt es: "Nach dem Verlust meines Gutes in Pommern durch Krieg und Flucht standen meine Frau und ich vor einerungewissen Zukunft. Offene und freundliche Menschen nahmen uns auf, hier fanden wir unsere neue Heimat."

An diesem Wochenende wollte die Stiftung Deutsche Sporthilfe Schmeling als einen ihrer längsten Förderer mit der Goldenen Sport-Pyramide ehren. Die Auszeichnung sollte Henry Maske in Frankfurt beim Ball des Sports für ihn entgegennehmen.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.