Boxkampf Abraham vs. Stieglitz Tatort-Rambo mit Toaster-Trick

Arthur Abraham trat zuletzt im "Tatort" auf, Robert Stieglitz lieferte sich eine wüste Prügelei mit seinem Schwiegervater. Nun treten die beiden Supermittelgewichtler im WM-Kampf gegeneinander an. Der eine setzt auf neue Handschuhe, der andere auf markige Sprüche.

Boxer Stieglitz, Abraham: Revanche um den WM-Titel
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Boxer Stieglitz, Abraham: Revanche um den WM-Titel

Von Nils Lehnebach


Boxen ist ein rauer Sport, zwei Kämpfer, ein Ring und ziemlich viele Hiebe. Und es ist offenbar ein ziemlich einfacher Sport. Supermittelgewichtler Robert Stieglitz will am Abend seinen WBO-Titel gegen Arthur Abraham zurückerobern (23 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE; TV: ARD). Seine simple Strategie: "Ich muss schlauer boxen." Was müssen Sie noch über den Kampf wissen? Fragen und Antworten im Überblick.

Worum geht's?

Um die große Revanche - und ein "deutsch-deutsches Duell der Extraklasse", so hat es zumindest der Sauerland-Boxstall vermarktet. Robert Stieglitz, WBO-Weltmeister im Supermittelgewicht von August 2009 bis August 2012, will seinen Titel zurück. Er hat ihn vor gut sechs Monaten an Arthur Abraham verloren, nun kommt es zum Rückkampf. Oder um es mit Stieglitz' Worten zu sagen: "Ich habe meinen Gürtel nur verliehen, jetzt hole ich ihn mir zurück."

Können beide überhaupt noch boxen?

Es ist anzunehmen, auch wenn sie sich zuletzt allerhand anderen Lebensinhalten gewidmet hatten. Stieglitz prügelte im Oktober seinen Schwiegervater mit einem Vierkantholz krankenhausreif und fügte ihm dabei einen dreifachen Schädelbasisbruch zu. Der Schwiegervater wiederrum attackierte Stieglitz mit einer Eisenstange, beide stellten Strafanzeige wegen Körperverletzung. Auch bei Abraham ging es hoch her - wenn auch nur im TV. Bei seiner Gastrolle als grober Zuhälter im Schweiger-Tatort wurde er vom neuen Star-Ermittler ausgeknockt.

Was gibt es zu essen?

Vermutlich nichts, auch wenn Abraham seinem Gegner eine humorige Steilvorlage gegeben hatte. Auf der Pressekonferenz hatte Promoter Sauerland Stieglitz einen Toaster geschenkt, eben jenes Haushaltsgerät, mit dem Abraham im Tatort von Schweiger niedergestreckt worden war. "So hat er ihn im Film schachmatt gesetzt", sagte Sauerland: "Ansonsten wüsste ich derzeit nicht, wie Robert Stieglitz gewinnen kann."

Wer hat die größere Klappe?

Eindeutig - und erwartungsgemäß - Abraham. Der Deutsch-Armenier kündigte martialisch an: "Ich werde Robert im Ring zerstören." Dass er gewinnt, steht für Abraham eh außer Frage, schließlich besitze Stieglitz "nicht die ganz große Power, die mir gefährlich werden kann". Immerhin lobte er, dass sein Gegner "kein Sandsack" sei und nicht mit "Wattebäuschen" werfen würde. Die ganz große Boxer-Rhetorik eben.

Was spricht für Abraham?

Der 31-Jährige hat Stieglitz bereits im August besiegt, wenn auch nur nach Punkten. Zudem dürfte es Abraham an Motivation nicht mangeln, Vermarkter Wilfried Sauerland winkt im Falle eines Erfolges mit einem neuen Zweijahresvertrag. Und nur mit einem Sieg dürfte er überhaupt noch einmal die Chance bekommen, Revanche für seine bitteren Pleiten beim Super-Six-Turnier zu nehmen.

Und für Stieglitz?

Mehr, als man zunächst annehmen würde. Im ersten Duell gegen Abraham war er lange auf Augenhöhe, erst ein Cut an der Augenbraue bremste ihn. Jetzt will er mit härteren Boxhandschuhen zurückschlagen, sie sollen eine "20 bis 30 Prozent höhere Schlagkraft" ermöglichen. Zudem hat Stieglitzs Trainer Dirk Dzemski eine neue Taktik angekündigt. "Abraham wird überrascht sein", sagte er. Wie genau die neue Marschroute aussieht, wollte er aber nicht verraten.



insgesamt 2 Beiträge
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derfreitag 23.03.2013
1. Kein Vergleich
Zitat von sysopDPAArthur Abraham trat zuletzt im "Tatort" auf, Robert Stieglitz lieferte sich eine wüste Prügelei mit seinem Schwiegervater. Nun treten die beiden Supermittelgewichtler im WM-Kampf gegeneinander an. Der eine setzt auf neue Handschuhe, der andere auf markige Sprüche. http://www.spiegel.de/sport/sonst/boxen-abraham-will-wm-titel-gegen-stieglitz-verteidigen-a-890600.html
Wenn er so wie im Tatort auftritt, dann hat er schon verloren.
orangutanklaus42 23.03.2013
2. Ja ausgezeichnet...
Man merkt dem Artikel an, dass das Boxen nach wie vor keine wirkliche Akzeptanz in Deutschland hat. Man begegnet dem Sport mit einer Mischung aus Abscheu und Amusement. "Können beide überhaupt noch boxen?" treibt die Idiotie dabei auf die Spitze. Herr Abraham hat gewiss bittere Pleiten im "Super Six" einstecken müssen. Der Artikel verschweigt, dass er jahrelang im Mittelgewicht ungeschlagen Weltmeister war. Selbst die zu dieser Zeit etablierten Mittelgewichtler aus den Staaten haben trotz attraktiver Börsen Vergleiche gemieden (man denke z.B. an einen Herrn Pavlik, der offenbar schwer beeindruckt war, wie Herr Abraham Edison Miranda vor heimischen Publikum ausgeknockt hat). Sei es drum. Es wäre dennoch schön, wenn man abseits des Fußballs Sportartikel veröffentlichen könnte, die den jeweiligen Athleten bezüglich erbrachter Leistungen gerecht werden - ohne sich dabei in der suggestiven Darstellung von Familiendramen zu verstricken (siehe Stieglitz). Oder ging es am Ende gar nicht um Sport, sondern um Spott, liebe SPON-Redaktion?
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