Schwergewichtsboxen Joshua holt sich WM-Titel vom "Little Fat Kid" Ruiz jr. zurück

Die Revanche ist geglückt: Der britische Schwergewichtsboxer Anthony Joshua hat den WM-Rückkampf gegen Andy Ruiz jr. klar gewonnen. Der US-Amerikaner zeigte wenig, war aber bis zum Schluss gefährlich.
Anthony Joshua (r.), Andy Ruiz jr.

Anthony Joshua (r.), Andy Ruiz jr.

Foto: Richard Heathcote/Getty Images

Boxprofi Anthony Joshua ist wieder Schwergewichts-Weltmeister. Der Brite besiegte den US-Amerikaner Andy Ruiz jr. nach Punkten einstimmig (118:110. 118:10 und 119:109). Ruiz jr., Spitzname "Little Fat Kid", konnte seinen Überraschungstriumph aus dem Sommer nicht bestätigen. Für Joshua war es der 23. Sieg im 24. Profikampf, für Ruiz die zweite Niederlage im 35. Fight.

Ruiz hatte den ersten Kampf gegen Joshua am 1. Juni im legendären New Yorker Madison Square Garden sensationell für sich entschieden und dem Briten seine WM-Titel nach Version der IBF, WBA und WBO abgenommen. Dabei war Joshua bei seinem US-Debüt als klarer Favorit in den Kampf gegangen, Ruiz sprang kurzfristig als

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Ersatzgegner für den des Dopings überführten Jarrell Miller ein.

Ruiz hatte im Vergleich zum vergangenen Kampf sieben Kilogramm an Gewicht zugelegt - und zeigte sich insgesamt auch langsamer als bei seinem Sieg. Kombinationen waren Mangelware, meistens versuchte er, im Nahkampf gefährliche Wirkungstreffer gegen Joshua zu setzen.

Kampf-Ort Diriyya war umstritten

Doch die meiste Zeit des Kampfes hielt Joshua ihn auf Distanz - und sorgte bereits in der ersten Runde mit seiner rechten Faust für einen Cut an Ruiz' Auge. Sobald sein Gegner doch mal an Joshua herankam, klammerte der Brite und ließ sich nicht auf einen wilden Schlagabtausch ein.

Der Kampf fand in der saudi-arabischen Stadt Diriyya statt. Rund 100 Millionen Dollar (90 Millionen Euro) soll Kronprinz Mohammed bin Salman das Spektakel in der Wüste ("Clash on the Dunes") wert gewesen sein. Mit dem Kampf wollten die saudischen Herrscher die Chance nutzen, "ihr stark angeschlagenes Image über den Sport reinzuwaschen", teilte Amnesty International mit.

Vor allem Joshua konnte offenbar von den Geldern der saudischen Gastgeber profitieren. Der Olympiasieger von 2012 soll für den Kampf eine Börse von rund 60 Millionen US-Dollar (55 Millionen Euro) erhalten haben, der nicht so populäre Ruiz hingegen muss offenbar mit einer einstelligen Millionensumme auskommen.

Joshua war im April 2017 Weltmeister geworden, als er vor 90.000 Zuschauern im Wembley Stadion Wladimir Klitschko (Ukraine) entthront hatte. Der Brite gewann den Kampf durch technischen K.o. in der 11. Runde und beendete damit die Karriere des jüngeren der beiden Klitschko-Brüder.

bka/sid