Boxen Chris Byrd demütigt Evander Holyfield

Er wollte der erste Boxer werden, der zum fünften Mal in den Besitz eines WM-Gürtels im Schwergewicht kommt. Doch im Titelkampf um den IBF-Gurt erlebte Evander Holyfield ein echtes Debakel.


Atlantic City – Der Amerikaner Chris Byrd, 32, hat in der Nacht zum Sonntag in der Boardwalk Hall von Atlantic City seinen 40 Jahre alten Landsmann Evander Holyfield nach allen Regeln der Kunst ausgeboxt und sich durch einen einstimmigen Punktsieg über zwölf Runden den vakanten IBF-Gürtel im Schwergewicht erkämpft. Der Titel war frei geworden, nachdem Promotor Don King ihn vom Inhaber Lennox Lewis (Großbritannien) für eine Million Dollar plus einem Geländewagen abgekauft hatte.

Rechtsausleger Byrd war als 2:1-Favorit in seinen dritten WM-Kampf gegangen und bestimmte das Duell mit seiner Führhand nach Belieben. Er spielte zudem seine Schnelligkeit und Beweglichkeit aus, so dass Byrd von Holyfield nur ganz selten im gefährlichen Infight gestellt werden konnte. Byrd, der im 38. Profikampf seinen 36. Sieg verbuchte, kassierte eine Börse von 2,15 Millionen Dollar. Der unterlegene Ex-Champion wurde mit fünf Millionen Dollar entlohnt.

"Er hat mich nicht einmal in Schwierigkeiten gebracht"


Im April 2000 noch hatte Byrd in Berlin das WBO-Championat erkämpft, weil Titelinhaber Vitali Klitschko klar nach Punkten führend wegen einer Schulterverletzung vor der zehnten Runde aufgeben musste. Von Wladimir Klitschko wurde Byrd sechs Monate später durch eine Punkt-Niederlage über 12 Runden wieder entthront.

"Jetzt kann man noch mehr ermessen, wie gut die Klitschkos sind. Byrd hat Holyfield vorgeführt, regelrecht deklassiert", urteilte Universum-Trainer Fritz Sdunek. "Er hat mich nicht einmal in Schwierigkeiten gebracht", sagte Byrd anschließend, der von seinem Trainer-Vater Joe und seiner Mutter Rose in der Ringecke betreut wurde. Byrd wird als nächstes gegen John Ruiz oder Roy Jones boxen.



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