Neuer Ärger nach Verhaftung Dopingverfahren gegen Boxer Sturm eröffnet

Dem ehemaligen Boxweltmeister Felix Sturm steht nach seiner Verhaftung weiterer Ärger bevor: Das Gerichtsverfahren wegen der Dopingvorwürfe aus dem Jahr 2016 wurde eröffnet.

Felix Sturms Dopingprobe nach seinem WM-Kampf 2016 fiel positiv aus
Dennis Grombkowski / Getty Images

Felix Sturms Dopingprobe nach seinem WM-Kampf 2016 fiel positiv aus


Vor wenigen Tagen wurde der ehemalige Box-Weltmeister Felix Sturm wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung verhaftet, nun steht ihm weiterer Ärger bevor: Das Oberlandesgericht Köln hat das Hauptverfahren gegen Sturm wegen des Verdachts auf Doping eröffnet. Mit Beschluss vom 4. April hat der 2. Strafsenat die Anklage gegen Sturm zugelassen, teilte das Gericht mit.

Gegenstand der Vorwürfe ist der Verdacht, der Boxer sei bei einem WM-Kampf der World Boxing Association (WBA) am 20. Februar 2016 gegen den Russen Fjodor Tschudinow mit Stanozolol gedopt gewesen. Das anabole Steroid kann laut Dopingforscher Perikles Simon Ausdauer und Schnellkraft fördern.

Nach dem damals gewonnenen WM-Kampf war Sturms Dopingprobe positiv ausgefallen. Der 40-jährige Leverkusener hatte dagegen geklagt, weil seiner Auffassung nach nicht nachgewiesen werden konnte, dass die Dopingprobe zweifelsfrei von ihm stammte. Es bestand demnach der Verdacht, dass sie auf dem Weg in das Labor vertauscht oder verunreinigt worden war. Nun hieß es in der Mitteilung des Oberlandesgerichts, Hinweise auf eine Manipulation der Dopingprobe gebe es nicht.

Verfahren wurde zunächst abgelehnt

Im Januar dieses Jahres hatte die 8. Große Strafkammer des Kölner Landgerichts das Hauptverfahren gegen Sturm aufgegeben, weil kein hinreichender Tatverdacht bestand. Die Staatsanwaltschaft legte daraufhin Beschwerde ein. Das Landgericht lehnte mit Beschluss vom 10. Januar die Eröffnung des Hauptverfahrens zunächst ab.

Der Strafsenat sah auf die sofortige Beschwerde der Staatsanwalt hin einen sogenannten "hinreichenden Tatverdacht" aber als gegeben an. Das bedeute, dass der Senat nach vorläufiger Bewertung die Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung nach der Beweisaufnahme höher einschätzt als die Wahrscheinlichkeit eines Freispruchs. Neben dem Verdacht des Verstoßes gegen das Gesetz gegen Doping im Sport (AntiDopG) bestehe gegen Sturm auch der hinreichende Tatverdacht der vorsätzlichen Körperverletzung des Gegners.

Sturm bleibt in Haft

Die Behörden wiesen ausdrücklich darauf hin, dass der Strafsenat lediglich den "hinreichenden Tatverdacht" gegen Sturm bejaht hatte. Für den Angeschuldigten gelte unverändert die Unschuldsvermutung.

Sturm war am vergangenen Freitag wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung in Haft genommen worden, nachdem die Kölner Staatsanwaltschaft, Abteilung Wirtschaftsstrafsachen, einen Haftbefehl erwirkt hatte.

Ein Haftprüfungstermin am Mittwoch im Amtsgericht Köln ergab, dass Sturm vorerst weiter in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Köln-Ossendorf bleibt.

Demnach hat der Ermittlungsrichter nach Angaben von Sturms Rechtsanwalt Gottfried Reims zwar einen Haftverschonungsbeschluss mit Auflagen erlassen. Diese Auflagen hätten der Staatsanwaltschaft aber nicht gereicht, sagte Reims der Deutschen Presse-Agentur. Aus diesem Grund habe die Staatsanwaltschaft Beschwerde eingereicht. Einzelheiten zu den Auflagen wurden nicht bekannt.

ptz/dpa



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