Schwergewichtsboxer Wach: A-Probe offenbar positiv
Foto: Getty ImagesHamburg - Wladimir Klitschko hatte sich bereits unmittelbar nach dem WM-Kampf gewundert: "Das ist eigentlich unglaublich, unmöglich - ein Rätsel", sagte der Boxer über die Nehmerqualitäten von Mariusz Wach, den Klitschko am 10. November nach Punkten klar besiegt hatte. Doch der 32-Jährige könnte mit unfairen Mitteln nachgeholfen haben.
Der Pole, bislang letzter Gegner des ukrainischen Schwergewichts-Weltmeisters, steht offenbar unter Dopingverdacht. "Der Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB), Thomas Pütz, hat uns darüber informiert", sagte Klitschko-Manager Bernd Bönte dem Sport-Informations-Dienst.
Nach Informationen der "Bild"-Zeitung hat der Pole vor dem Schwergewichtskampf in Hamburg unerlaubt nachgeholfen. In der A-Probe von Wach sollen demnach anabole Steroide nachgewiesen worden sein.
Steroide können schmerzlindernd wirken. "Das würde auch erklären, warum Wach selbst die härtesten Schläge weggesteckt hat. Doping ist natürlich ein No-Go", sagte Bönte weiter: "Das zeigt, wie gefährlich Doping ist, wenn das Schmerzempfinden weniger wird." Wach hatte den Kampf gegen Klitschko nach Punkten verloren und dabei rund 400 Schläge eingesteckt.
Wach hat jetzt die Gelegenheit, die Öffnung der B-Probe zu beantragen. Sollte sich der Doping-Befund bestätigen, droht dem Polen von BDB-Seite eine einjährige Sperre. Auch von den großen Weltverbänden könnte ein Box-Verbot folgen.
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Wladimir Klitschko hat seine WM-Titel der Verbände WBO, WBA und IBF verteidigt. In Hamburg besiegte er den chancenlosen Herausforderer Mariusz Wach einstimmig nach Punkten.
Doch bevor der Weltmeister in den Ring stieg, mussten die rund 15.000 Zuschauer in der ausverkauften Hamburger Arena ziemlich viel Promotion über sich ergehen lassen. Sogar Sylvester Stallone höchstpersönlich flog ein, um für ein von ihm und den Klitschko-Brüdern produziertes Musical zu werben.
Als es dann endlich losging, bestimmte Klitschko von Beginn an den Kampf. Der Champion konnte zunächst aber keine klaren Treffer landen.
Es dauerte etwas, bis Klitschkos Schläge ihr Ziel fanden. Herausforderer Wach hielt jedoch gut dagegen und bewies, dass er gut einstecken konnte.
In der fünften Runde konnte Wach sogar selbst einige Treffer landen. Klitschko war kurzzeitig angeschlagen, rettete sich dann jedoch in die Rundenpause.
Für Klitschko schien es ein Warnsignal gewesen zu sein. In den folgenden Runden gönnte er sich kaum Pausen und setzte Wach stark unter Druck. Der Herausforderer konnte sich nun kaum noch wehren und musste etliche Schläge einstecken.
Danach ließ Klitschko etwas lockerer, doch Wach konnte dies nicht nutzen. Meist verfehlte er Klitschko, der deutlich beweglicher und agiler war als der 2,02 Meter große Herausforderer.
Den angepeilten K.o.-Sieg verpasste Klitschko durch eine zu monotone Kampfführung in den letzten Runden. Der Champion war wenig variabel und verpasste es so, Wachs Deckung zu knacken.
Dennoch war der Jubel nach dem Fight groß.
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