Boxen Krasniqi kämpft um seine letzte Chance

Krönung oder Karriereende: Im stallinternen Duell gegen den aktuellen WBO-Interkontinental-Champion Alexander Dimitrenko muss Luan Krasniqi gewinnen, wenn er noch eine Zukunft auf der internationalen Boxbühne haben will. Doch der elf Jahre jüngere Dimitrenko gilt als der bessere Boxer.

Hamburg - Der eine hat seine Ring-Karriere vor sich, für den anderen ist sie fast vorbei. Die Profiboxer Alexander Dimitrenko und Luan Krasniqi treffen am Samstag (23 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) in Düsseldorf in einem stallinternen Schwergewichtsduell aufeinander. Es geht um die interkontinentalen Meisterehren der WBO, die der Ukrainer Dimitrenko schon seit 2005 inne hat. Und es geht um eine baldige WM-Chance.

Boxer Krasniqi (r.) und Dimitrenko: Kampf um die Interkontinentalmeisterschaft nach WBO-Version

Boxer Krasniqi (r.) und Dimitrenko: Kampf um die Interkontinentalmeisterschaft nach WBO-Version

Foto: DPA

Die jedoch besitzt derzeit nur der in 28 Kämpfen unbesiegte Dimitrenko. Während der 26-Jährige als Nummer eins der WBO-Rangliste gleich hinter Weltmeister Wladimir Klitschko geführt wird, ist Ex-Europameister Krasniqi aus den vorderen Rängen der vier wichtigen Boxverbände herausgefallen. Dennoch sieht er die Chance auf eine pompöse Rückkehr. "Wenn ich gewinne, möchte ich noch einmal um einen Titel boxen. Warum nicht um die WM?", sagt der 37-Jährige.

Sein letzter Auftritt ist den Box-Anhängern allerdings in unguter Erinnerung. Ohne Gegenwehr hatte er sich im Juli vergangenen Jahres vom Amerikaner Tony Thompson verprügeln lassen. Diese Schmach, die ihn noch heute verfolgt, wie der gebürtige Kosovo-Albaner zugibt, will er am Samstag vor 4500 Zuschauern tilgen.

Promoter Klaus-Peter Kohl setzt - ohne das öffentlich zu bekunden - auf den Kronprinzen Dimitrenko. Stallduelle gehören für ihn zur natürlichen Auslese. Sein Imperium ist ihm mit derzeit 50 Faustkämpfern zu groß und zu teuer geworden, folglich muss gehen, wer nicht das Zeug zum Titelgewinner hat. Krasniqi will diesen Plan durchkreuzen. "Ich verspreche einen anderen Luan im Ring", sagt er. Jean-Marcel Nartz, Technischer Leiter bei Universum, erklärt: "Man sollte nicht den Fehler machen, Luan abzuschreiben. Immer, wenn man das gemacht hat, ist er umso stärker zurückgekommen", so Nartz, der die Chancen auf 50:50 beziffert.

Dimitrenko wird seit sieben Jahren bei Universum als WM-Kandidat aufgebaut. Der 2,01-Meter-Boxer soll seinen Landsleuten Wladimir und Vitali Klitschko nacheifern. Bislang haftete ihm der Ruf des ewigen Talents an, dem es an Härte fehle. Trainer Fritz Sdunek sagt dazu: "Sascha ist mental stärker geworden und gereift. Im nächsten Jahr kann er um die WM boxen."

Am Sieg seines Schützling hegt er keinen Zweifel. "Er ist technisch vielseitiger und psychisch stabiler als Krasniqi", meint Sdunek, der sich mit Stallduellen überhaupt nicht anfreunden mag. Krasniqi, der von Valentin Silaghi trainiert wird, könne nur mit Gewalt an Dimitrenko vorbeikommen. Sdunek: "Und da wird er Fehler machen."

jar/dpa

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