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06. November 2007, 19:23 Uhr

Boxen

Kugelstoßerin will umsatteln, Klitschko vor Kampf gegen Ibragimov

Bei Olympia holte sie Silber im Kugelstoßen, jetzt plant Nadine Kleinert den Wechsel in den Boxring. Wladimir Klitschko steht kurz vor der Chance auf eine Titelvereinigung. Schachbox-Weltmeister Frank Stoldt möchte in den USA kämpfen. Graciano Rocchigiani ist frei.

Hamburg - Nadine Kleinert, die Olympiazweite von 2004 im Kugelstoßen, plant nach den Olympischen Spielen 2008 in Peking eine neue sportliche Karriere als Boxerin. Das bestätigte die 32-Jährige heute bei ihrem ersten öffentlichen Box-Training in ihrer Heimatstadt Magdeburg. "Ring bleibt Ring", erklärte die 1,91 Meter große Athletin, "und Boxen reizt mich."

Neu-Boxerin Kleinert: "Ring bleibt Ring"
DPA

Neu-Boxerin Kleinert: "Ring bleibt Ring"

Kleinert trainiert bereits seit einigen Wochen im Gym des Magdeburger SES-Boxstalls, wo sie neben ihrem Kugelstoßtrainer Klaus Schneider vom Boxcoach Dirk Dzemski betreut wird. "Schaden kann das Boxtraining nicht", meinte Schneider: "Es gibt da zahlreiche Übungen, die wir ebenfalls im Programm haben."

Wladimir Klitschko, Schwergewichts-Champion nach IBF-Version, soll am 23. Februar in New York auf den ungeschlagenen WBO-Titelträger Sultan Ibragimow (Russland) treffen. Das berichtet die "Welt" . Die Managements beider Boxer und die Verantwortlichen des amerikanischen Pay-TV-Senders HBO sollen sich in dieser Woche in New York treffen, um den Kampfvertrag perfekt zu machen. "Wir haben noch Kleinigkeiten zu regeln. Da wir aber alle diesen Fight unbedingt wollen, werden wir ihn machen", sagte Leon Margules, der Ibragimow als Promotor und Anwalt vertritt. Auch HBO-Vizepräsident Kery Davis zweifelt nicht daran, dass es zum Duell des Ukrainers mit Ibragimow kommen wird. "Denn auch wir wollen den Fight, also dürfte ihm nichts mehr im Wege stehen", sagte Davis der "Welt".

Sollte es zu dem Kampf im Madison Square Garden kommen, wäre es der erste Titelvereinigungskampf in Schwergewicht seit November 1999. Damals hatte sich WBC-Weltmeister Lennox Lewis (Großbritannien) die WBA- und IBF-Titel von Evander Holyfield (USA) erkämpft. Der 31-jährige Klitschko ist seit März 2006 Weltmeister der IBF und hat 49 seiner 52 Profikämpfe gewonnen. Der ein Jahr ältere Ibragimow hatte erst vor vier Wochen seinen WBO-Gürtel gegen Holyfield erfolgreich verteidigt. Sein Kampfrekord liegt bei 22 Siegen in 23 Kämpfen, einmal boxte er Unentschieden.

Nach dem Sieg bei der Weltmeisterschaft im Schachboxen gegen den US-Amerikaner David "Double D" Depto plant Weltmeister Frank Stoldt den nächsten Coup: "Ich kann mir vorstellen, in den USA zu kämpfen. Die Verbindungen nach Übersee sind schon geknüpft", sagte der 38-Jährige. Ein Rückkampf gegen David Depto sei im Gespräch. In der neuen Sportart treten die Konkurrenten abwechselnd im Boxen und im Schach gegeneinander an.

Bevor der Berliner wieder in den Ring steigt und sich ans Schachbrett setzt, fliegt er am Donnerstag aus beruflichen Gründen zurück in den Kosovo. Stoldt bildet noch bis März im Krisengebiet Polizeikräfte aus.

Der frühere Box-Weltmeister Graciano Rocchigiani ist heute vorzeitig aus der Haft entlassen worden. "Jetzt kann ich mich endlich wieder richtig um meine Jobs kümmern, um meine Boxer, um die Begleitung, um Sponsoren", sagte Rocchigiani dem "Tagesspiegel". Seit dem 4. Januar dieses Jahres verbüßte er eine Freiheitsstrafe wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss und leichter Körperverletzung in den Justizvollzugsanstalten Bielefeld und Moers-Kapellen.

Ursprünglicher Entlassungstermin wäre der 29. Dezember gewesen, einem Antrag auf vorzeitige Entlassung wegen guter Führung wurde aber nun stattgegeben. Rocchigiani leitet in Duisburg zusammen mit seinem Bruder Ralf eine Boxschule und widmet sich Jugendlichen aus schwierigem sozialen Umfeld.

all/sid/dpa

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