Boxen Lennox Lewis will nicht gegen Klitschko kämpfen

Mit einem verbalen Tiefschlag hat Box-Weltmeister Lennox Lewis dem geplanten Duell gegen Witali Klitschko überraschend eine Absage erteilt. Das Management des Ukrainers reagierte mit Unverständnis auf die Aussagen des Briten.


Lennox Lewis im Juni 2002 mit seinen WM-Gürteln aus drei verscheidenen Verbänden: "Gebt mir keine Fliege"
AP

Lennox Lewis im Juni 2002 mit seinen WM-Gürteln aus drei verscheidenen Verbänden: "Gebt mir keine Fliege"

Atlantic City – "Wen hat er denn schon besiegt? Er hat es nicht verdient, gegen mich zu boxen", sagte der Brite an Rande des IBF-Titelkampfes zwischen Chris Byrd und Evander Holyfield (beide USA) über Witali Klitschko. Lewis war am Samstag in Atlantic City Augenzeuge, wie Byrd durch einen einstimmigen Punktsieg gegen Holyfield sein Nachfolger als Schwergewichts-Champ des Weltverbandes International Boxing Federation (IBF) wurde.

"Habe noch nichts unterschrieben"


Der Titel war vakant, nachdem Lewis diesen im September freiwillig niedergelegt hatte. Begründung: Ein Kampf gegen Byrd sei für ihn nicht reizvoll. Gleiches gilt nun offenbar auch für den am 8. März 2003 vorgesehenen Fight gegen den älteren der beiden Klitschko-Brüder. "Ich habe noch nicht unterschrieben, es wird noch eine Menge Verhandlungen geben", sagte Lewis, der aus einer Reihe von Kandidaten "den Besten" will. "Gebt mir keine kleine Fliege", sagte der 37-Jährige.

Ein Gegner für den WBC-Weltmeister könnte der Sieger des WBA-Titelkampfes am 1. März zwischen John Ruiz und dem ins Schwergewicht aufgestiegenen Roy Jones Jr sein. Auch ein Rückkampf gegen den vom ihm K.o. geschlagenen Mike Tyson ist plötzlich wieder interessant. "Mike hat einen Fight mit mir verdient, wenn er sich verbessert", so Lewis.

Entscheidung diese Woche


Mit Unverständnis reagierte das Management von Vitalij Klitschko auf den Wandel bei Lewis. Peter Hanraths, Geschäftsführer der Hamburger Universum-Box-Promotion, sagte am Sonntag: "Ich weiß nicht, warum er so etwas sagt. Ich gehe davon aus, dass der Kampf zustande kommt. Die Entscheidung wird in dieser Woche fallen." Zu diesem Zweck wird Klitschkos Manager Klaus-Peter Kohl nach England reisen, um mit Lewis-Manager Adrian Ogun alles unter Dach und Fach zu bringen.



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