Ex-Boxweltmeister Strafverfahren gegen Felix Sturm wird vorerst nicht eröffnet

Weil er bei einem WM-Kampf gedopt war, wurde Felix Sturm unter anderem wegen Körperverletzung angeklagt. Doch das zuständige Gericht hat die Eröffnung des Hauptverfahrens abgelehnt. Jetzt will er wieder boxen.

Felix Sturm (Archivfoto vom 25. Juni 2011)
Getty Images

Felix Sturm (Archivfoto vom 25. Juni 2011)


Insgesamt viermal war Felix Sturm Boxweltmeister im Mittel- und Supermittelgewicht. Zuletzt stand der 39-Jährige am 20. Februar 2016 im Ring und besiegte den Russen Fjodor Tschudinow knapp nach Punkten. Doch der Kampf hatte ein juristisches Nachspiel. Sturm wurde beim obligatorischen Dopingtest die Einnahme der anabolen Substanz Hydroxy Stanozolol nachgewiesen. Sowohl die A-, als auch die B-Probe waren positiv.

Die Staatsanwaltschaft leitete daraufhin ein Strafverfahren ein und warf Sturm in der Anklage "Selbstdoping, Teilnahme an einem Wettkampf unter Selbstdoping und gefährliche Körperverletzung vor". Das Verfahren wird aber nicht eröffnet. Das entschied die 8. Große Strafkammer in Köln, da kein hinreichender Tatverdacht bestehe.

Der Boxer hatte stets betont, nicht wissentlich gedopt zu haben, seinen WM-Titel im Oktober 2016 aber trotzdem freiwillig niedergelegt und seitdem nicht mehr mit den Fäusten, sondern nur um seinen Ruf gekämpft. Unter anderem legte Sturm ein Gutachten des Doping-Experten Professor Wilhelm Schänzer vor, der von 1995 bis 2017 das Institut für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule Köln geleitet hatte. Darin bestätigte Schänzer, dass die nachgewiesene Stanozolol-Konzentration so gering sei, dass eine Kontaminierung durch Nahrungsergänzungsmittel nicht ausgeschlossen werden könne.

"Das Gericht ist der Argumentation der Verteidigung gefolgt, wonach ein vorgenommenes Gutachten zu dem Schluss kommt, dass keine dopingrelevanten Spuren vorhanden sind", sagte Sturms Anwalt Gottfried Reims. Die Staatsanwaltschaft hat Beschwerde gegen die Entscheidung eingelegt. Damit ist der Beschluss noch nicht rechtskräftig.

Sturm selbst sieht die Nichteröffnung des Verfahrens trotzdem als Beweis für seine Unschuld. "29 Jahre in diesem Sport, 29 Jahre sauber", schrieb er auf Twitter und ergänzte: "Ich komme zurück." Bereits Anfang Januar hatte Sturm, der bosnische Wurzeln hat und mit bürgerlichem Namen Adnan Catic heißt, in bosnischen Medien verkündet, dass er einen Comeback-Kampf gegen Arthur Abraham plane.

Von 2006 bis 2009 waren Sturm und Abraham zeitgleich Weltmeister im Mittelgewicht bei unterschiedlichen Verbänden. Eine Titelvereinigung scheiterte daran, dass sie bei unterschiedlichen Promotern unter Vertrag standen und damit an unterschiedliche exklusive TV-Partner gebunden waren. Im Januar 2015 hatte Sturms Manager Roland Bebak angekündigt, dass der Kampf zwischen Sturm und Abraham "dieses Jahr" kommen solle. Vier Jahre später veröffentlichte er den alten Post einfach nochmal.

mmm/dpa/sid



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jerkrussel 21.01.2019
1. Somit trifft Not...
mal wieder auf Elend.
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