Boxen Sturm feiert klaren Sieg gegen Griffin

Gute Deckung, schnelle Attacken: Felix Sturm zeigte sich gegen Randy Griffin in starker Form und ließ dem Herausforderer keine Chance. Am Ende wäre ihm beinahe sogar ein K.o. geglückt. Der 29-Jährige bleibt somit WBA-Weltmeister im Mittelgewicht.


Hamburg - Als der letzte Gong erklungen war, riss Felix Sturm die Fäuste in die Luft und sprang auf die Schultern eines Betreuers. Dann streckte er die Zunge heraus, küsste seine Oberarme und ließ sich von den Fans feiern. Auch sein Kontrahent Randy Griffin hüpfte kurz jubelnd durch den Ring - warum er das tat, bleibt jedoch sein Geheimnis. Schließlich war er in den zwölf Runden zuvor so unterlegen gewesen, dass am Ausgang des Duells kein Zweifel bestand. Alle drei Kampfrichter sahen das genauso und stimmten für einen klaren Punktsieg (116:113, 116:112, 118:110) des Weltmeisters.

Weltmeister Felix Sturm (r.): "Er ist ein großer Kämpfer, keine Frage"
DPA

Weltmeister Felix Sturm (r.): "Er ist ein großer Kämpfer, keine Frage"

Mit diesem Urteil wollte sich Griffin nicht so recht anfreunden: "Er ist ein großer Kämpfer, keine Frage. Doch für mich war dieser Kampf enger als der erste, ein Unentschieden wäre verdient gewesen."

Mit dieser Meinung stand er allerdings alleine, der 32-Jährige konnte zu keiner Phase des Duells an die Leistung aus dem Kampf im vergangenen Oktober anknüpfen. Damals gab es ein strittiges Unentschieden - und Sturm durfte nur mit Glück seinen Titel behalten.

Das war diesmal anders, die 5500 Zuschauer in Halle/Westfalen bedachten den Titelverteidiger mit großem Applaus. Und den hatte sich Sturm verdient. "Er darf sich nicht einfach hinstellen und sich auf die Doppeldeckung hauen lassen", hatte sein Trainer Michael Timm vor dem Kampf gesagt.

Sein Schützling folgte den Anweisungen. Schon in der ersten Runde attackierte er seinen Kontrahenten ständig mit dem linken Jab, auch ein starker rechter Schwinger fand sein Ziel am Kopf des US-Amerikaners.

Doch Griffin versteckte sich nicht und versuchte ebenfalls, Treffer zu landen. Seine Schläge endeten allerdings meist in der Deckung des Weltmeisters. Das spürten auch seine Trainer, immer wieder versuchten sie, Griffin in den Pausen aufzubauen: "Junge, du kannst das. Du hast das drauf!"

Doch so sehr er sich auch mühte - die Kontrolle behielt Sturm. In der fünften und sechsten Runde erhöhte er erneut das Tempo und brachte den Herausforderer mit schnellen Attacken immer wieder in Verlegenheit.

In der Folge dominierte Sturm das Duell mit seinem linken Jab, blieb aber trotz der Überlegenheit konzentriert: Wenn Griffin angriff, zog sich der Weltmeister hinter seine Deckung zurück oder tauchte geschickt unter den Schwingern des Amerikaners hinweg.

In den letzten Runden ahnte das Team Griffins, dass ein Sieg nur noch über K.o. möglich ist, doch die verzweifelten Angriffe des Herausforderers konnten Sturm nie gefährden. Stattdessen wäre dem 29-Jährigen beinahe selbst der vorzeitige Sieg gelungen. Doch Griffin blieb in der elften Runde standhaft und am Ende begnügte sich Sturm mit dem Erfolg nach Punkten.

Es war sein 30. Sieg im 33. Profikampf. Dass noch ein weiterer gegen Griffin hinzukommt, ist unwahrscheinlich - obwohl sich der Verlierer noch im Ring eine Revanche wünschte: "Ich hoffe, es kommt zu einem dritten Duell." Zunächst steht für Sturm jedoch die Pflichtverteidigung gegen Sebastian Sylvester an. Der Kampf muss innerhalb der nächsten 128 Tage ausgetragen werden.

hut



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