Boxen Veit glänzt mit K.o.-Sieg gegen Brewer

Es wird derzeit nur als Interimsweltmeister geführt, doch beim seinem Triumph über den US-Amerikaner Charles Brewer zeigte Supermittelgewichtler Mario Veit, dass in Zukunft mir ihm zu rechnen ist. Nun will der Cottbuser das Erbe von Sven Ottke antreten.


Mario Veit: "Den Kampf meines Lebens abgeliefert"
DDP

Mario Veit: "Den Kampf meines Lebens abgeliefert"

Riesa - "Ich würde jetzt am liebsten gegen Markus Beyer boxen. Dann könnte ich mir gleich zwei WM-Gürtel umbinden", sagte Veit nachdem er in Riesa den hoch eingeschätzten Brewer nach 36 Sekunden der neunten Runde entscheidend in den Ringstaub befördert hatte. Aber noch gibt es ein ernstes Problem, denn der baumlange Supermittelgewichtler aus Cottbus ist trotz seines überraschenden Triumphes nur Interims-Champion des Box-Welterbandes WBO und bleibt auch nach dem 45. Sieg im 46. Profikampf in der Weltmeister-Warteschleife.

"Ganz ehrlich, dass ist mir im Moment scheißegal. Ich habe den Kampf meines Lebens abgeliefert. Es war ein gigantisches Erlebnis. Das zählt", schilderte Veit seine Gefühle nach dem von knapp 3000 Fans stürmisch umjubelten Kampf. Der 35 Jahre alte Brewer, der 1998 und 2000 zweimal mit 1:2 umstritten WM-Duelle gegen Sven Ottke verloren hatte, wurde von Veit von der ersten Runde an zerlegt. "The Hatchet" (Hackebeil) war schon in Runde zwei von einer krachenden rechten Hand des Deutschen K.o.-reif getroffen worden, wackelte anschließend noch einige Runden wie eine Weihnachtstanne im Sturm, um schließlich vom Referee aus dem Schlaghagel des glänzend aufgelegten "Lauchhammers" (Geburtsort von Veit) genommen zu werden.

Jean-Marcel Nartz, technischer Direktor des Universum-Stalls, selbst wie sein Schützling gelernter Koch, schloss einen baldigen Wechsel seines Boxers an Töpfe und Bratpfannen aus: "Ich habe immer an Mario geglaubt. Er hat es allen Kritikern bewiesen. Jetzt werden wir noch viele Jahre Freude an ihm haben."

Kampf gegen Beyer angestrebt

Zunächst muss Veit allerdings warten, welche Pläne WBO-Weltmeister Joe Calzaghe verfolgt. Wechselt der Waliser, der Veit 2001 in Cardiff in der ersten Runde K.o. schlug und damit für die einzige Niederlage im Kampfrekord des ehemaligen deutschen Amateurmeisters sorgte, in das finanziell lukrativere Halbschwergewicht, würde Veit automatisch auf dem Weltmeister-Sessel aufrücken. Ansonsten steht der seit Ottkes Abgang unumstrittene Erste der unabhängigen Weltrangliste in der Pflicht, innerhalb der nächsten vier Monate erneut gegen Veit anzutreten.

Fraglos lukrativer für alle Beteiligten wäre Variante eins mit der Perspektive eines Vereinigungs-Kampfes zwischen dem dann "richtigen" WBO-Weltmeister Veit und WBC-Champion Markus Beyer. "Das wäre ein hochbrisantes Duell und für uns wünschenswert. Da wäre eine volle Halle garantiert und eine gute Börse realistisch", erklärte Universum-Geschäftsführer Peter Hanraths.



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