Boxerin Halmich "Ich mache das nur Raab zuliebe"

Sie tut es wieder: Box-Weltmeisterin Regina Halmich wird erneut gegen Stefan Raab in den Ring steigen. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE erklärt die 30-Jährige, wie der Mann sie überzeugte, dem sie vor fünf Jahren die Nase brach - und dass alles mit richtigem Sport nichts zu tun habe.


SPIEGEL ONLINE: Frau Halmich, Sie haben sich lange gewehrt, erneut gegen Stefan Raab zu boxen. Warum tun Sie es jetzt plötzlich doch?

Regina Halmich: Für mich war das eine Ehrensache. Er hat mich immer wieder um diesen Rückkampf gebeten. Nach langem Überlegen habe ich jetzt zugestimmt. Er hat mir beim ersten Kampf zu einer großen Popularität verholfen. Das ist jetzt mein Dankeschön dafür.

SPIEGEL ONLINE: Aber am vergangenen Freitag bei der "ProSieben Fightnight", die Sie zusammen mit Raab moderierten, waren Sie noch dagegen und sagten, sie bräuchten Gegner und keine Opfer.

Halmich: Ja, das ist richtig. Ich mache das auch wirklich nur ihm zuliebe.

SPIEGEL ONLINE: Es hat also nur ein Wochenende gedauert, bis Sie Raabs Werben nachgegeben haben?

Halmich: Ja. Er hat mich nach diesem Abend noch mal angerufen und dann habe ich gesagt, gut, was soll's. Dann machen wir es eben. Meine WM-Titelverteidigung findet ja erst Ende Mai statt.

SPIEGEL ONLINE: Wir dachten eher, ihr Umdenken habe vielleicht mit der nicht berauschenden Quote der ersten "Fightnight" zu tun.

Halmich: Überhaupt nicht. Das ist ein ganz anderes Thema. Ich denke, dass die jungen Boxer nichts davon haben, dass Raab und ich gegeneinander kämpfen. Die nächsten Sendungen müssen die Boxer wieder allein bestreiten.

SPIEGEL ONLINE: Also doch Werbung für die "Fightnight"?

Halmich: Mit Sicherheit ist es für die Boxer toll, auch mal vor einer größeren Kulisse zu boxen. Ich denke schon, dass sie das uns zu verdanken haben. Aber wie gesagt, danach geht es normal weiter und dann muss man sehen, ob die Quote besser wird.

SPIEGEL ONLINE: Durch den Showkampf 2001 mit Raab, bei dem Sie ihm die Nase brachen, sind Sie erst richtig bekannt geworden. Sie bedauern das nicht mehr?

Halmich: Ich habe gelernt, damit zu leben. Manchmal muss man ungewöhnliche Dinge tun.

SPIEGEL ONLINE: Hat er sich diesmal besser vorbereitet?

Halmich: Ich glaube schon, dass er sich darauf sehr gut vorbereitet und dass er sich auch Trainer zur Seite stellt. Er möchte das Ganze diesmal unbedingt besser machen.

SPIEGEL ONLINE: In einem Interview mit dem "Tagesspiegel" haben Sie kürzlich gesagt, Sie seien einverstanden damit, dass "die Leute beim Boxkampf die Show mögen". Die Voraussetzung sei aber, dass auch sportlich etwas geboten werde. Damit können Sie aber nicht Ihren Raab-Fight gemeint haben.

Halmich: Ich betone ganz klar: Es handelt sich hier um Show. Mit echtem Sport hat das nichts zu tun. Für mich ist das nur ein reines Show-Event. Das für Stefan Raab aber schmerzlich enden kann.

Die Fragen stellte Ina Bösecke

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