Mixed Zone Boy erwägt Rücktritt, DLV beantragt Millionen für Kampf gegen Doping

Turner Philipp Boy hat erstmals öffentlich über einen möglichen Rücktritt vom Leistungssport gesprochen. Der Deutsche Leichtathletik-Verband fordert vom DOSB eine Million Euro mehr im Anti-Doping-Kampf. Und: Michael Schumacher bleibt dem Motorsport noch erhalten.

Turner Boy: "Ein Schalter im Kopf umgelegt"
DPA

Turner Boy: "Ein Schalter im Kopf umgelegt"


Hamburg - Turner Philipp Boy hat bei seinem ersten TV-Auftritt nach seinem enttäuschenden Abschneiden bei den Olympischen Sommerspielen in London Spekulationen über das nahe Ende seiner Karriere genährt. "Die Tendenz ist momentan: Vielleicht werde ich das Turnen ad acta legen", sagte Boy in der Sendung "Sportplatz" beim Rundfunk Berlin-Brandenburg. Eine endgültige Entscheidung wolle der zweimalige Vizewelt- und Europameister im Mehrkampf noch im November treffen. "Seit dem Weltcup voriges Jahr in Stuttgart ist bei mir ein Schalter im Kopf umgelegt", sagte der 25-Jährige. In Stuttgart war Boy bei einem spektakulären Sturz vom Reck mit Prellungen davongekommen.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) soll seine Zuwendung an die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) von 2013 an, um eine Million Euro erhöhen. Einen entsprechenden Antrag hat der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) an die Mitgliederversammlung des DOSB gestellt, die am 8. Dezember tagt. Bisher zahlt der DOSB jährlich rund 500.000 Euro an die Nada. In einem zweiten Antrag will der DLV den DOSB dazu bewegen, Strafverschärfungen im Bereich der Dopingkriminalität zu fordern. Zum Forderungskatalog gehört die Einführung einer uneingeschränkten Strafbarkeit des Besitzes von Dopingmitteln und erweiterte Strafvorschriften gegen deren Vertrieb, eine Erhöhung der Strafen für Dopingverstöße sowie eine Kronzeugenregelung.

Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher will sich noch nicht völlig vom Motorsport verabschieden. Der 43-Jährige kündigte an, auch im kommenden Jahr beim traditionellen Saisonabschluss "Race of Champions" starten zu wollen. "Ich hätte schon am Ende dieses Jahres damit aufhören können, aber ich will nicht. Es macht zu viel Spaß", sagte Schumacher. Seine Formel-1-Karriere beendet er allerdings in knapp zwei Wochen beim Großen Preis von Brasilien. Anfang Oktober hatte sein Rennstall Mercedes bekanntgegeben, dass er den Vertrag mit Schumacher nicht verlängern werde.

Die russische Diskus-Olympiazweite Darja Pischtschalnikowa kämpft gegen den Verlust ihrer Silbermedaille und den Dopingbann. Die 27 Jahre alte Europameisterin von 2006 beantragte die Öffnung der B-Probe, nachdem die A-Probe ein anaboles Steroid nachgewiesen hatte. In einem Brief an die russische Anti-Doping-Agentur Rusada bezeichnete sie sich zudem als unschuldig. Bestätigt sich der erste Befund, wird Pischtschalnikowa als Wiederholungstäterin lebenslang gesperrt. Zudem wäre die Chinesin Li Yanfeng dann neue Olympiazweite.

psk/dpa/sid



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