99. Tour de France Cavendish gewinnt in Paris, Wiggins die Tour

Der erste britische Sieger der Tour de France heißt Bradley Wiggins. Der Sky-Profi genoss die Triumph-Etappe nach Paris, auf der der Träger des Gelben Trikots traditionell nicht mehr angegriffen wurde. Den prestigeträchtigen Tagessieg auf der Champs-Elysées ersprintete sich Mark Cavendish.

DPA

Hamburg - Nun ist der Triumph perfekt: Bradley Wiggins hat die 99. Ausgabe der Frankreichrundfahrt gewonnen. Damit ist der 32-Jährige der erste britische Tour-de-France-Sieger der Geschichte. Einen Tag nach seinem Erfolg beim Einzelzeitfahren wurde der Führende im Gesamtklassement auf der letzten Etappe von Rambouillet nach Paris nicht mehr attackiert. So ist es Tradition. Den begehrten Tagessieg auf der Avenue des Champs-Elysée sicherte sich Mark Cavendish.

"Es ist wunderschön, die Erfüllung eines Traumes", sagte Wiggins. Der dreifache Olympiasieger auf der Bahn widmete den Sieg seiner Frau. "All das ist für sie. Es ist ein unglaubliches Gefühl, das mich angetrieben hat, weiterzumachen und mich immer härter zu fordern. Es ist zweifelsohne der Höhepunkt meiner Karriere", sagte Wiggins, der eine durchwachsene Vergangenheit hinter sich hat.

Am Sonntagmittag machten sich nur noch 153 der 198 vor drei Wochen in Lüttich gestarteten Fahrer auf die letzten 120 Kilometer. Die Tour d'Honneur Richtung Paris begann traditionell gemächlich, die Profis nutzten die abschließende Jubel-Etappe zu einem kleinen Plausch und feierten bereits auf dem Rad den Sieg von Wiggins.

Nach knapp 48 Kilometern erreichte das Peloton dann den Rundkurs in Paris. Schnell probierten kleine Ausreißergruppen, sich vom Feld abzusetzen - darunter auch Jens Voigt und Danilo Hondo. Im Etappen-Finale konnte aber kein Fahrer einen entscheidenden Vorsprung herausfahren. Die Sprinter-Teams kontrollierten das Feld. Auf der Zielgerade siegte dann Sky-Profi Mark Cavendish vor Peter Sagan aus der Liquigas-Mannschaft. Dritter wurde Matthew Goss.

"Es ist das größte Ziel, das ich haben kann: Hier am Ende der Tour auf den Champs-Elysées zu gewinnen. Ich bin stolz auf meine Mannschaft", sagte Cavendish. Es war der dritte Etappensieg des Briten bei dieser Frankreich-Rundfahrt und der vierte Erfolg in Folge bei der letzten Tour-Etappe.

Kurz vor dem Ziel kam es zu einem Sturz, in den Lampre-Fahrer Danilo Hondo und der Franzose Mickaël Cherel von Ag2r verwickelt waren. Beide Fahrer konnten die Etappe aber offenbar beenden.

Klöden nicht unter den Top Ten

Hinter Wiggins wurde sein Landsmann und Sky-Mannschaftskollege Christopher Froome mit 3:21 Minuten Rückstand Zweiter im Gesamtklassement. Den dritten Platz sicherte sich Liquigas-Profi Vincenzo Nibali (+ 6:19) aus Italien. Bester Deutscher wurde Andreas Klöden: Der RadioShack-Fahrer belegte den elften Rang (+ 17:54). Liquigas-Profi Dominik Nerz wurde 47. (+ 1:42:12), Jens Voigt aus der Radioshack-Mannschaft 52. (+ 1:50:41).

Das Grüne Trikot für den besten Sprinter gewann Peter Sagan. Bei seiner ersten Tour de France holte der 22 Jahre alte Slowake gleich drei Etappensiege. Bester Bergfahrer und Gewinner des Gepunkteten Trikots wurde der Franzose Thomas Voeckler (Europcar). Mit dem Weißen Trikot des besten Jungprofis wurde der 23-jährige US-Amerikaner Tejay van Garderen von BMC ausgezeichnet.

Doch die 99. Tour de France wurde von zwei Dopingfällen überschattet. Der Luxemburger Frank Schleck (RadioShack) war positiv auf die verbotene Substanz Xipamid getestet worden. Trotz einer positiven B-Probe beteuert er seine Unschuld. Bereits am ersten Ruhetag war der französische Cofidis-Profi Rémy di Gregorio verhaftet worden. Er soll sein Blut mit Ozon behandelt haben lassen.

joe

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Seite 1
spon-facebook-10000298787 30.06.2012
1. Vorfreude
Ich freue mich schon riesieg auf die Tour. Aber ihr habt leider einige Favoriten außen vorgelassen wie z.B Samuel Sanchez, Robert Gesink oder Ivan Basso
hahewo 30.06.2012
2. Tour der Pharmazie
Diese Tour kann nur der gewinnen, der den besten Vertrag mit der Pharmaindustrie und deren Logistik hat. Das diesem Dopingspektakel immer noch soviel Raum in den Medien gegeben wird, ist schon verwunderlich.
Pollowitzer 30.06.2012
3. Zu einer Rummelveranstaltung verkommen
Dieser Sport ist leider schon lange nicht mehr ernst zu nehmen und er ist unglaubwürdig wie Rummelboxen - Wenn man sich das Alter einiger deutscher Teilnehmer ansieht dann geht automatisch die Dopingwarnlampe an - die pedalierenden Velogreise kommen doch ohne entsprechende Hilfsmittel weder über die Berge noch nach Paris. Die Aufmerksamkeit der Presse haben die nicht verdient - Ich glaube es wird garnichtmehr ernsthaft der Gebrauch von Doping kontrolliert - Brot und Spiele auf unterstem Niveau - leider!!!
Ostwestfale 30.06.2012
4. Zustimmung
Zitat von spon-facebook-10000298787Ich freue mich schon riesieg auf die Tour. Aber ihr habt leider einige Favoriten außen vorgelassen wie z.B Samuel Sanchez, Robert Gesink oder Ivan Basso
Ich freue mich auch, die drei Genannten zähle ich allerdings nicht zu den Favoriten, da diese Tour recht zeitfahrlastig ist und da sind Wiggins und Evans einfach zu stark, als dass ein Basso oder Sanchez das in den Bergen kompensieren könnte.Ich könnte mir deshalb sogar vorstellen, dass Klöden aufs Podium fährt. Wer die letzte Tour verfolgt hat, dem werden auch die tollen Entwicklungen nicht entgangen sein. Die Fahrer fahren endlich wieder wie "Menschen". Jeder Topfahrer hatte bei der letzten Tour einen schwachen Tag, was in einer dreiwöchigen Rundfahrt normal ist. Die Maximalwattzahlen, die die Fahrer in den Anstiegen treten sind stark zurückgegangen.Dass Jean-Christophe Peraud, Tourzehnter des vergangenen Jahres absolut sauber war gilt als ziemlich warscheinlich. Sein Blutbild war während der gesamten Tour öffentlich zugänglich und es gab keinerlei Auffälligkeiten.Aber so was ist natürlich keine Schlagzeile wert, denn Deutschland war noch nie ein Radsport-Land. Auch nicht zu Ullrichs Zeiten.Hier hat man sich noch nie für Details des interessiert. Völlig absurd finde ich, wenn in der Zusammenhang mit der Tour davon gesprochen sind, die Leistungen wören "übermenschlich" oder sonstwas. So nach dem Motto: Alles was ich nicht kann, kann auch kein Anderer. Da hat ein quasi nie im Training kontrollierter Usain Bolt nur 100 Meter läuft. Das kann ja jeder...
LuisCortez 30.06.2012
5.
Zitat von hahewoDiese Tour kann nur der gewinnen, der den besten Vertrag mit der Pharmaindustrie und deren Logistik hat. Das diesem Dopingspektakel immer noch soviel Raum in den Medien gegeben wird, ist schon verwunderlich.
So ist es. Sie haben die Situation erkannt. Ich als ehemaliger Roche Mitarbeiter kann bestätigen dass Roche um die 70 Mitarbeiter beschäftigt die sich um die besten Verträge und Logistik mit den "Sportlern" kümmert. Interessanterweise handelt es sich bei den Kunden nur um Radsportler. Was für ein Blödsinn!
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