Nach Nizza-Attentat Brasilien verschärft Sicherheitsmaßnahmen für Olympia

Personenkontrollen, Barrikaden, Verkehrsbeschränkungen: Brasilien reagiert auf das Attentat in Nizza und verstärkt die Sicherheitsvorkehrungen für Olympia. Militärflugzeuge sollen Sonderrechte erhalten.

Militärflugzeug über Rio de Janeiro
AP

Militärflugzeug über Rio de Janeiro


Brasilien zieht Konsequenzen aus dem Anschlag in Nizza: Das südamerikanische Land verstärkt die Schutzmaßnahmen für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro (5. bis 21. August). Das teilte die Regierung um Interimspräsident Michel Temer nach einer außerplanmäßigen Sitzung mit Vertretern des Geheimdiensts mit.

Rund um die Spiele sollen weitere Personenkontrollen, Barrikaden und Verkehrsbeschränkungen die Sicherheit erhöhen. "Wir geben ein paar Annehmlichkeiten auf und bekommen dafür deutlich mehr Sicherheit", sagte Sicherheitschef Sergio Etchegoyen. Touristen und Bewohner müssen wegen diverser Sicherheitszonen mit Einschränkungen rechnen.

Ohnehin hatte Brasilien für die Sommerspiele insgesamt 85.000 Sicherheitskräfte, darunter auch 38.000 Soldaten, eingeplant. Mit Öffnung des Olympischen Dorfes am 24. Juli sollen zudem im Luftraum Einschränkungen gelten. Das Militär will allein 80 Flugzeuge in Rio einsetzen, es wird mit Sonderrechten zum Abschuss verdächtiger Objekte ausgestattet. Zudem sollen Aufklärungsdrohnen verstärkt zum Einsatz kommen. Auf dem Meer werden Marineschiffe patrouillieren.

Brasilien steht bisher nicht im Fokus des islamistischen Terrorismus, während der Spiele sollen Spezialkräfte aus Dutzenden Ländern die brasilianischen Behörden unterstützen. Zuletzt gab es Hinweise aus Frankreich auf mögliche Anschlagspläne des "Islamischen Staates" gegen das französische Olympiateam.

Rios Bürgermeister Eduardo Paes verwies darauf, dass Brasilien in der Lage sei, die Sicherheit solcher Events zu garantieren. "Wenn Sie einen sicheren Ort im August besuchen wollen, kommen Sie nach Rio de Janeiro", sagte er dem Sender RJTV.

aev/sid/dpa



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fortelkas 16.07.2016
1. Olympia in Brasilien
Na wunderbar, das sind ja die allerbesten Voraussetzungen für ein friedliches Zusammentreffen der Jugend dieser Welt. Dazu noch ein Virus, dessen Gefahr bewusst heruntergespielt wird, obwohl namhafte Wissenschaftler schon empfohlen haben, die Spiele, es sind ja keine Spiele mehr, sondern eine gewaltige Gelddruckmaschine, abzusagen. Aber es wird natürlich nicht abgesagt, hängt eben zu viel Geld dran, Geld das natürlich nicht der Bevölkerung Brasiliens zugute kommt. Erwin Fortelka
Snyder 16.07.2016
2.
Brasilien ist nicht bunt, dort hat sich der Islam kaum ausgebreitet und er würde auch nicht so gestärkt werden wie in Europa. Das sind schon mal gute Bedingungen für Großveranstaltungen. Eine Terrorgruppe müsste erst mal ins Land gelangen.
eva_in_Rom 17.07.2016
3.
Zitat von SnyderBrasilien ist nicht bunt, dort hat sich der Islam kaum ausgebreitet und er würde auch nicht so gestärkt werden wie in Europa. Das sind schon mal gute Bedingungen für Großveranstaltungen. Eine Terrorgruppe müsste erst mal ins Land gelangen.
Ehrlich gesagt ist es sehr einfach, vom Nahen Osten nach Brasilien zu kommen. Man braucht kein Visum, sondern fliegt einfach hin. Das haben tatsächlich eine ganze Reihe von Syrern getan und versuchen jetzt, Fuß zu fassen. Scheint nicht ganz so gut zu laufen, wie ich höre.
cipo 19.07.2016
4.
Zitat von SnyderBrasilien ist nicht bunt, dort hat sich der Islam kaum ausgebreitet und er würde auch nicht so gestärkt werden wie in Europa. Das sind schon mal gute Bedingungen für Großveranstaltungen. Eine Terrorgruppe müsste erst mal ins Land gelangen.
Viele der kriminellen Vereinigungen in Brasilien haben durchaus terroristische Züge. Und da es in Brasilien leider vor Opportunisten nur so wimmelt, ist gut vorstellbar, daß sich gewöhnliche Kriminelle vor den ideologischen Karren spannen lassen. Laut portugiesischsprachigen Medien gibt es auch bereits eine Gruppe namens "Nashir Português", die sich angeblich zum IS bekennt.
cipo 22.07.2016
5.
Zitat von SnyderBrasilien ist nicht bunt, dort hat sich der Islam kaum ausgebreitet und er würde auch nicht so gestärkt werden wie in Europa. Das sind schon mal gute Bedingungen für Großveranstaltungen. Eine Terrorgruppe müsste erst mal ins Land gelangen.
Surprise, surprise... oder auch nicht! http://www.spiegel.de/sport/sonst/olympische-spiele-brasilianische-polizei-nimmt-terrorverdaechtige-fest-a-1104163.html
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