Scharfe Kritik am DOSB Rechnungshof nimmt Sportförderung auseinander

Rüffel für den DOSB: Der Bundesrechnungshof empfiehlt der Regierung, die Verteilung der Fördermittel stärker zu kontrollieren - und den Verband zu entmachten. Der DOSB reagiert empört.
DOSB-Präsident Hörmann: Ärger über Rüffel vom Rechnungshof

DOSB-Präsident Hörmann: Ärger über Rüffel vom Rechnungshof

Foto: Britta Pedersen/ dpa

Hamburg - Der Bundesrechnungshof hat in einem Prüfbericht an das Innenministerium die Sportförderung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) kritisiert. "Die dargestellten Fördermittel der Verbände sind weder transparent noch untereinander vergleichbar", schreibt der Rechnungshof in einem Bericht, aus dem das Recherche-Netzwerk CORRECT!V zitiert.

Der Rechnungshof empfiehlt eine Neuordnung der Verteilungskriterien, diese sollen transparenter werden. Der DOSB soll demnach sein Beratungsmonopol verlieren, weil der Dachverband "nicht neutral" sei. Das Innenministerium soll künftig mehr Kontrolle ausüben. Die Prüfer regen an, sich von neutralen Einrichtungen beraten zu lassen, die keinem Interessenkonflikt ausgesetzt sind.

Der Rechnungshof rät zudem zu transparenteren Kriterien für die Verteilung des Geldes. Die bisherigen Bewertungsschlüssel sollten neu berechnet werden. "Wir halten es für geboten, dass das BMI die Haushaltsmittel für die Grundförderung mit einem transparenten und plausiblen bedarfs- und erfolgsadäquaten Berechnungsschlüssel verteilt", heißt es in dem Bericht.

153 Millionen Euro vom Staat

Der DOSB reagierte mit Unverständnis. "Nach einer ersten Durchsicht des Papiers sehen wir zwar manches, was der Rechnungshof an Vorschlägen unterbreitet, positiv, allerdings hätten wir uns in einigen Passagen mehr sportfachlichen Sachverstand und Kenntnis des Sportsystems und seiner Notwendigkeiten gewünscht", heißt es in einer Stellungnahme: "Eine Reihe von Vorschlägen führt aus unserer Sicht nicht zu mehr Effizienz, sondern bloß zu mehr Bürokratie - das kann von keiner Seite gewollt sein."

Das Innenministerium zahlt als mit Abstand größter Geldgeber dem Spitzensport in diesem Jahr etwa 153 Millionen Euro, 15 Millionen mehr als im Vorjahr. Die Bedingung: Das komplette System sollte von höchster Ebene geprüft werden.

Darauf verwies nun auch der DOSB. "Derzeit arbeiten wir gemeinsam mit dem Innenministerium daran, das System der Leistungssportförderung des Bundes bedarfsgerecht fortzuentwickeln. Die Veränderungen sollen im Olympia-Zyklus 2017 bis 2020 zur Anwendung kommen", hieß es.

cte/sid