Nach dem Urteil des Sportgerichtshofes Semenya siegt unbeeindruckt in Doha

Zwei Tage nach dem Urteil des Cas zeigte sich 800-Meter-Superstar Caster Semenya unbelastet von den Schlagzeilen. Die Südafrikanerin siegte in Doha souverän. Künftig jedoch muss sie mit Medikamenten starten.
Caster Semenya in Doha

Caster Semenya in Doha

Foto: Karim JAAFAR / AFP

Zwei Tage nach der juristischen Niederlage unterstrich die 800-Meter-Olympiasiegerin Caster Semenya ihre läuferische Ausnahmestellung. Die 28 Jahre alte Südafrikanerin siegte auf ihrer Paradestrecke in 1:54,98 Minuten mit großem Vorsprung und bleibt damit seit knapp dreieinhalb Jahren über die zwei Stadionrunden ungeschlagen.

Semenya setzte sich am Schauplatz der kommenden WM vor der Olympiazweiten Francine Niyonsaba (1:57,75) durch und blieb nur 73 Hundertstel über ihrer persönlichen Bestleistung. "Das erste Rennen der Saison ist immer hart, deshalb war der Sieg wundervoll heute", sagte Semenya. "Meine Überzeugung ist es, dass es für alles einen Ausweg gibt. Wenn vor mir eine Mauer steht, springe ich drüber. Ich werde weiter trainieren und laufen. Für mich ist nichts unmöglich."

Am 8. Mai 2019 tritt die neue Vorgabe des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF in Kraft. Ab dann darf Semenya nur noch an offiziellen Wettbewerben teilnehmen, wenn sie ihre Testosteronwerte künstlich absenkt.

Die IAAF hatte diese Auflage eingeführt, um einen "fairen Wettbewerb zwischen Frauen" zu gewährleisten. Die 800-Meter-Olympiasiegerin Semenya (lesen Sie hier einen Hintergrundtext zu ihr) war dagegen in Berufung gegangen, der Cas wies diese in einer 2:1-Stimmen-Entscheidung zurück und folgte der Auffassung der IAAF.

Doha dürfte erst einmal die letzte Möglichkeit gewesen sein, bei der Semenya und weitere betroffene Sportlerinnen ohne Anpassung ihres Testosteronspiegels über diese Strecke starten konnten.

Niyonsaba hatte ebenfalls nach den neuen Regeln zu hohe Testosteronwerte bestätigt. Auch bei der Olympiadritten Margaret Wambui (Kenia), die in Doha Sechste wurde, soll dies zutreffen.

svs /sid
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