Wegen Streit über Testosteronwerte Semenya wechselt auf die 3000 Meter

Der Leichtathletik-Weltverband will Caster Semenya zwingen, ihren Testosteronspiegel künstlich zu senken. Um das nicht tun zu müssen, läuft die Leichtathletin ab sofort eine längere Strecke.

Caster Semenya
Karim Jaafar AFP

Caster Semenya


Caster Semenya verzichtet nach ihrer Niederlage vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas beim Diamond-League-Meeting der Leichtathleten Ende Juni in Stanford (USA) auf einen Start über ihre Spezialstrecke und wechselt auf die 3000 Meter. Für eine Teilnahme am 800-Meter-Rennen hätte die Südafrikanerin ihren Testosteronspiegel wegen der neuen Regel des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF mit Medikamenten regulieren müssen, dazu ist Semenya aber nicht bereit.

Die Vorgabe ist seit dem 8. Mai wirksam. Demnach müssen Athletinnen über bestimmte Strecken (400 Meter bis eine Meile) einen Grenzwert von fünf Nanomol pro Liter für körpereigenes Testosteron einhalten. Dies zwingt Läuferinnen mit "Differences of Sexual Development" (DSD) wie Hyperandrogenämie zur teils deutlichen künstlichen Senkung.

Semenya, zweifache Olympiasiegerin über 800 Meter, hatte kurz nach ihrem erfolglosen Einspruch gegen die IAAF-Regel beim Diamond-League-Auftakt in Doha überlegen in 1:54,98 Minuten über 800 Meter gewonnen. Dies war fünf Tage vor Inkrafttreten der neuen Vorgabe.

Am Rande dieses Rennens hatte Semenya auf die Frage nach einer eventuellen Einnahme von Medikamenten zur Senkung ihres Testosteronspiegels geantwortet: "Hell, no." Die südafrikanische Regierung hat angekündigt, gegen das Cas-Urteil Berufung vor dem Schweizerischen Bundesgericht einlegen zu wollen.

Tom Jordan, Veranstaltungschef des Prefontaine Classic in Stanford, ist gespannt, wie sich die 28-Jährige "gegen die besten Läuferinnen der Welt" auf der längeren Distanz schlagen wird. "Man darf nicht vergessen, dass Semenya über 1500 Meter unter vier Minuten geblieben ist, das haben nur wenige geschafft", sagte er.

krä/sid

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spon-facebook-10000136230 04.06.2019
1. Warum wohl?
Sie tritt auf einer anderen Strecke an, um ihren Wert nicht senken zu müssen da sie - nachgewiesenermaßen - mit geringerem Testosteronwert nicht ihre Spitzenzeiten laufen kann. Sie musste den Wert nämlich bereits einmal künstlich senken... Das ist in meinen Augen ein eindeutiger Beweis für den "Wettbewerbsvorteil" von Frauen mit deutlich überhöhten Testosteronwerten und Transgendern. Um "normale" Frauen nicht zu benachteiligen, sollten Frauen wie Caster Semenya in eigenen Wettbewerben antreten. Das böte mehr Fairness für alle Sportler.
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