US-Sprintstar Coleman soll drei Dopingtests innerhalb eines Jahres verpasst haben

Er ist derzeit der schnellste Mann der Welt - aber Christian Coleman muss sich jetzt gegen Vorwürfe wehren. Laut "Daily Mail" hat er drei Dopingtests verpasst. Damit würde ihm eine empfindliche Sperre drohen.

Christian Coleman (rechts) mit Usain Bolt bei der WM 2017
Matthias Schrader DPA

Christian Coleman (rechts) mit Usain Bolt bei der WM 2017


US-Sprintstar Christian Coleman wird vorgeworfen, drei Dopingtests innerhalb der vergangenen zwölf Monate versäumt zu haben. Das berichtet die britische Tageszeitung "Daily Mail". Die amerikanische Anti-Doping-Agentur Usada soll bereits ein Verfahren eingeleitet haben.

In einem solchen Fall könnte dem 23-Jährigen eine zweijährige Sperre drohen - damit würde er die WM Ende September und die Olympischen Spiele im kommenden Jahr verpassen. Dass Colemans Tokio-Teilnahme in Gefahr sein könnte, haben "zwei mit dem Fall vertraute Personen" zudem der Nachrichtenagentur AP bestätigt.

Der Hallenweltmeister sollte ursprünglich am vergangenen Sonntag in Birmingham an den Start gehen, sagte aber zwei Tage vorher wegen "Komplikationen nach dem Training" ab und verwies auf sein großes Ziel bei der WM.

Coleman bestreitet Vorwurf

Coleman bestreitet nach Informationen der "Daily Mail" zumindest in einem Fall, dass er nicht zum Test erschienen sei. Ob es zwei oder drei verpasste Tests sind, ist insofern wichtig, da nach den Vorschriften der US-Anti-Doping-Agentur Usada das Verpassen von drei Tests innerhalb eines Jahres eine Sperre nach sich ziehen dürfte.

Anfragen des SPIEGEL zu dem Fall ließen sowohl der Sportler selbst als auch die Usada sowie das Nationale Olympische Komitee der USA zunächst unbeantwortet. "Kein Kommentar", schrieb die Athletics Integrity Unit des Leichtathletik-Weltverband IAAF.

Coleman machte im Vorjahr mit einer Zeit von 9,79 Sekunden über 100 Meter Schlagzeilen - das war die siebtschnellste je gelaufene Zeit über die Sprintstrecke. Bei der WM 2017 in London wurde er Zweiter vor Weltrekordler Usain Bolt und hinter seinem Landsmann Justin Gatlin. Gatlin war zuvor zweimal wegen Dopingvergehens auffällig geworden.

aha/bka/dpa

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